Energieverbrauch von Produktionsanlagen senken

Veröffentlicht am: 16.07.2015

Optimierte Maschinenantriebe können den Energieverbrauch und damit die laufenden Betriebskosten deutlich senken. So etwa durch den Wechsel von Keil- auf Synchronriemenantrieb.

 

Applikationsingenieure von Brammer sowie Spezialisten eines Antriebssystemherstellers nahmen Keilriemenantriebe von Produktionsmaschinen in der industriellen Produktion unter die Lupe. Denn genau dort stecken große Optimierungspotenziale: So beansprucht beim Keilriemenantrieb die Riemenvorspannung stark die Lager. Darüber hinaus kommt es zu Wirkungsgrad- und Drehzahlverlusten durch Schlupf. Da der Riemen sich mit der Zeit ausdehnt, muss er kontinuierlich nachgespannt werden. Außerdem entsteht durch Walkarbeit, Reibung und Schlupf Wärme, die zu schnellerer Alterung des Riemens führt.

Synchronriemen bieten eine formschlüssige Kraftübertragung durch Ineinandergreifen von Riemenzähnen und Scheibe. Durch den schlupffreien Antrieb, die verminderte Walkarbeit und durch die minimierte Reibung reduzieren sich die Wirkungsgrad- bzw. Drehzahlverluste Der Energieverbrauch sinkt, und die Lager werden wegen geringer Vorspannung des Riemens nicht so stark belastet. Das bewirkt eine höhere Lebensdauer. Ebenso baut sich nur wenig Wärme auf, was den Verschleiß reduziert. Der Riemen dehnt sich nicht mehr aus und muss demzufolge nicht mehr nachgespannt werden. So spart der Anwender zusätzlich Wartungs- und Ersatzteilkosten.

Mag. Stefan Gehmayr, MBA, Managing Director der Brammer Österreich Industrie Service GmbH: „Bei der Auswertung der Parameter Energiekosten und Wartung lag der Synchronriemen, trotz anfänglich höherer Kosten durch Zahnscheiben und Riemen, vor dem Keilriemen: Die geschätzten Einsparungen – hochgerechnet auf drei Jahre – belaufen sich beispielsweise in einem Werk zur Papierherstellung auf durchschnittlich 12.000 Euro pro Maschine.“

Der Wechsel von Keil- auf Synchronriemen amortisiere sich dort  laut Brammer nach rund vier Monaten. Nach dem Umrüsten aller entsprechenden Maschinen von Keil- auf Synchronriemen würde das Unternehmen pro Jahr Kohlendioxid-Emissionen von mehreren Hundert Tonnen einsparen.

„Es zeigt sich, dass die Möglichkeiten, in der industriellen Fertigung Energie und Kosten einzusparen, noch lange nicht ausgeschöpft sind. Das Optimieren von Maschinenantrieben ist dazu ein wichtiger Schlüssel“, so Gehmayr.

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Kommentar

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