KBA baut Verpackungsdruck-Segment aus

Veröffentlicht am: 05.08.2013

Koenig & Bauer übernimmt die in Bad Oeynhausen ansässige Kammann Maschinenbau GmbH zu 85 Prozent. Der bisherige Mehrheitseigentümer, das Münchener Private Equity Unternehmen Perusa, hat den mittelständischen Druckmaschinenhersteller in den vergangenen Jahren erfolgreich neu ausgerichtet. Die restlichen 15 Prozent werden die beiden Kammann-Geschäftsführer halten. Zum Kaufpreis und zu weiteren Details wurde Stillschweigen zwischen allen Parteien vereinbart. Die Übernahme steht noch unter geringfügigen formellen Vorbehalten.

Mit dem Erwerb von Kammann setzt KBA seine erfolgreiche Nischenstrategie früherer Jahre fort. Gleichzeitig steuert der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenbauer mit dem Ausbau der Präsenz im Wachstumssegment Verpackungsdruck der durch die Online-Medien in den letzten Jahren deutlich geschrumpften Umsatzentwicklung bei Rotationsanlagen für den Publikationsdruck entgegen.

Kammann liefert vorwiegend Maschinen zur Dekoration von Hohlkörpern der Premium-Klasse aus Glas, Kunststoff und Metall. Neben dem vorherrschenden Siebdruckverfahren können auf den präzisen und flexiblen Kammann-Transportsystemen optional auch Heißpräge-, Digitaldruck- u.v.a. Dekorationsverfahren integriert werden. Hinzu kommt ein umfangreiches Servicegeschäft. 2012 hat das 1955 gegründete mittelständische Unternehmen weitestgehend ohne eigene Fertigung mit 175 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von gut 30 Millionen Euro und einen positiven Jahresüberschuss erzielt.

Mit steigendem Wohlstand gewinnen Premium-Verpackungen aus Glas auch in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland als Differenzierungsmedium und als Statussymbol gegenüber billigeren Verpackungsalternativen stetig an Bedeutung. Marktprognosen erwarten ein überdurchschnittliches Wachstum dieses Segments. Verfahrenstechnisch ist der Direktdruck im hochwertigen Siebdruckverfahren aufgrund des komplexen maschinellen Handlings der unterschiedlich geformten Glasbehälter die anspruchsvollste und teuerste Veredelungsform. Der technische Anspruch hindert deshalb auch Newcomer am Einstieg in dieses von ganz wenigen Herstellern beherrschte Luxus-Segment. Direkt bedruckte Glasbehälter teurer Parfüm-Marken oder Premium-Getränkemarken konkurrieren im Regal mit weniger aufwendig etikettierten, aber von anspruchsvollen Konsumenten auch als weniger wertig wahrgenommenen Behältern preisgünstigerer Marken. Während der Behälter-Direktdruck für KBA ein gewisses Neuland ist, ist das Unternehmen in Teilbereichen des Etikettendrucks und bei anderen Verpackungsformen bereits gut vertreten. Die Akquisition stellt deshalb aus Sicht des Managements eine sinnvolle Ergänzung dar.

 

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