Ein Prosit auf selbstklebende Etiketten für Weine und Spirituosen

Veröffentlicht am: 25.04.2013

Es ist Zeit für einen Trinkspruch: Wir, die Hersteller selbstklebender Etiketten Europas, sollten einmal auf die Whisky- und Branntweinbrenner anstoßen! Als einer der ersten Märkte überhaupt haben sie das Potenzial unserer Technologie für sich entdeckt. Oder kann man sich ein besseres Aushängeschild für unsere Branche vorstellen als ein aufmerksamkeitsstarkes, filigran gearbeitetes Etikett aus purer Goldfolie mit aufwendiger Heißprägung?

Autor: Jules Lejeune, Geschäftsführer des europäischen Verbands der Hersteller selbstklebender Produkte FINAT

 

Mit Fug und Recht kann man sagen, dass die Whisky- und Branntweinbrenner – im Verbund mit den Pharmaunternehmen – in den 70er-Jahren den Grundstein für den beispiellosen Siegeszug unserer Produkte in weiten Teilen der Getränkeindustrie gelegt haben. Und heute? Längst schon prangen selbstklebende Etiketten nicht mehr nur an den Flaschen edler Whiskys und Cognacs. Nicht minder bedeutsam sind sie für Hochprozentiges und das gesamte Spektrum der Weine – von exquisiten Auslesen hin zu den Tafelweinen in den Supermarktregalen.

 

Was ist ein selbstklebendes Etikett?

Hergestellt werden selbstklebende Etiketten aus einem dreiteiligen Haftverbund, der ganz unterschiedlich ausgeführt sein kann, in jedem Fall aber aus dem Abdeck-/Trägermaterial, einer verbindenden Klebstoffschicht und dem Obermaterial (dem eigentlichen Etikett) besteht. Dieses Ausgangsmaterial wird auf mittlerweile denkbar vielseitigen Schmalbahnmaschinen im Etikettendruck verarbeitet. Unterstützt werden nicht nur alle konventionellen Druckverfahren, sondern auch digitaler Offset- oder Thermotransfer-/Inkjetdruck (beispielsweise für Barcodes oder Authentifizierungsmerkmale). Zur automatisierten Etikettenverarbeitung schließlich dienen hochpräzise Etikettiermaschinen, die die Nutzen blitzschnell vom schützenden Abdeck-/Trägermaterial auf die Flaschen übertragen. Möglich ist sogar das Aufbringen mehrerer Etiketten (sofern diese auf derselben Materialbahn gedruckt wurden) in einem einzigen Arbeitsgang – beispielsweise als Front-, Rücken- und Halsetiketten.

 

Der „No-Label-Look“

Etiketten auf kristallklarer, praktisch nicht wahrnehmbarer Kunststofffolie mit unsichtbarer Klebeschicht – das ist der begehrte „No-Label-Look“, der – nach dem erfolgreichen Einstand selbstklebender Etiketten auf Braunglas – zusehends auch Hersteller klarer Spirituosen (Gin, Wodka ...) für unsere Technologie begeisterte. Besonders raffiniert ist die Möglichkeit zur beidseitigen Bedruckung mit rückseitigen Texten oder Motiven, die beim Umdrehen der Flasche sichtbar werden. Kurz: edle, eindrucksvolle „No-Label-Look“-Etiketten sind auf den Flaschen klarer Spirituosen nicht mehr wegzudenken.

 

Wein und selbstklebende Etiketten – ungeahnte Möglichkeiten

Eine relativ neue Entwicklung ist der Einzug selbstklebender Etiketten in die Weinregale. Mit einer schier endlosen Bandbreite von Obermaterialien und Klebstoffen lassen sich alle nur denkbaren Anforderungen der Weinerzeuger erfüllen – sei es in optischer oder funktionaler Hinsicht.

Was tun, wenn ein kunstvoll strukturiertes Etikett für einen Spitzenwein – und zwar auf einem Papier mit Pergamenteffekt – gefragt ist? Kein Problem, auch nicht in sehr kleinen Auflagen! Auch bei den Klebstoffen bleiben keine Wünsche offen: Erhältlich sind beispielsweise feuchtigkeits- und pilzresistente Rezepturen, die selbst Jahrzehnte in Weinkellern unbeschadet überdauern – ohne Gefahr von Fleckenbildung. Und schließlich: Was die Obermaterialien angelangt, können Hersteller selbstklebender Etiketten mittlerweile mit einem immensen, eigens auf die Weinbranche zugeschnittenen Papierspektrum aufwarten – ob strukturiert oder flach, recycelt oder aus Zellstoff. Erhältlich sind auch zahlreiche Spezialpapiere, beispielsweise metallisiert oder aus umweltfreundlicher Bagasse – der Zuckerrohrfaser, die bei der Gewinnung von Rohrzucker anfällt.

 

Eiswasser? Kein Problem!

Weiß- und Roséweine werden vor dem Genuss oft über längere Zeit in Sektkühlern gelagert. Wie lässt sich das Ab- und Auflösen des Etikettes in Eiswasser verhindern? Mit anderen Worten: Wie lässt sich der Markenauftritt auf dem das Etikett bewahren, bis auch der letzte Tropfen getrunken ist? Auch für solche Fälle sind selbstklebende Etiketten geradezu prädestiniert: Papiere mit Sperrschichten kommen ebenso in Betracht wie wasserabweisende Folien – ob transparent (und damit bei Weißwein optisch besonders ansprechend), weiß oder metallisiert. Gerade Folien brillieren – im Verbund mit einem alterungsbeständigen Klebstoff – auch bei der Flaschenalterung im Weinkeller. Eine ausgezeichnete Eiswasserfestigkeit ist all diesen Varianten gemeinsam.

 

Der Partner Ihrer Wahl

Wie nun können sich Wein- und Spirituosenanbieter dieses enorme Potenzial erschließen? Eine ausgezeichnete Anlaufstelle sind die spezialisierten Hersteller selbstklebender Etiketten, die – ebenso wie zahlreiche Anbieter von Etikettenmaterialien – dem FINAT angehören. Getragen von profunden Kenntnissen über Materialien und Anwendungen können sie den kreativen und funktionalen Spielraum der heutigen Schmalbahn-Druckmaschinen so richtig ausreizen. Echte Hingucker lassen sich so produzieren – im Druck mit bis zu 16 Farben, gepaart mit imponierenden Spezialeffekten: Kaltfolientransfer, farbveränderlichen Elementen, Hoch-/Tiefprägung, Relieflackierung und, und, und ... Doch eine spektakuläre Optik ist nur die eine Seite: Nicht minder interessant – bei Qualitätsweinen, aber auch bei edlen Spirituosen – ist ein ganzes Spektrum sicht- und unsichtbarer Authentifizierungsmerkmale (nicht nur auf dem Etikett, sondern auch darunter), die wohl auch den raffiniertesten Fälschern das Handwerk legen.

 

Limitierte Auflagen und Personalisierung

Von attraktiven Sonderserien hin zu personalisierten Einzelstücken reichen die Möglichkeiten zur Limitierung von Wein- und Spirituosenetiketten. Einige Weinerzeuger bestellen weitgehend fertige Vordrucke, in die sie mithilfe eines einfachen Tischdruckers letzte Details – beispielsweise Rebsorte und Jahrgang – eindrucken.

Relativ kostengünstig sind die Etikettiermaschinen, denen die vom Hersteller wiederaufgewickelte Materialbahn (mit den fertig bedruckten Etiketten, geschützt durch das Trägermaterial) zugeführt werden. Eingesetzt werden sie inline (als Teil einer Abfüll- oder Verpackungslinie) oder separat. Erst hier kommt es zur Trennung des Haftverbunds, der während Druck, Veredelung, Stanzung und Entgitterung intakt geblieben ist. Hochpräzise werden die Etiketten auf den Flaschen positioniert. Das Ergebnis? Tadellos gearbeitete Endprodukte – ohne Lufteinschlüsse oder der Gefahr sich abzulösen.

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Kommentar

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