Cardbox Packaging: Vom Sanierungsfall zum Vorzeigebetrieb

Veröffentlicht am: 24.02.2015

2011 stand die Ploetz Packaging GmbH vor dem Aus. Drei Jahre später erwirtschaftet das Wolfsberger Unternehmen unter dem Namen Cardbox Packaging mit über 100 Beschäftigten 14 Millionen Euro Umsatz. Der nächste Expansionsschritt ist bereits geplant.

 
Zu verdanken ist diese Erfolgsgeschichte dem Restrukturierungsteam rund um Klaus Hockl, Bernhard Astner (hba Rechtsanwälte) und Roland Schöberl (MCP GmbH), die den Betrieb gemeinsam mit dem Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) 2011 vor dem Aus bewahrt haben. „2014 war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr“, sagt Hockl, der seit 2013 der Geschäftsführer der Cardbox Packaging Holding GmbH ist. „Dank einem Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe können wir unsere Entwicklung hin zu einem relevanten europäischen Player für hochveredelte Lebensmittelverpackungen fortsetzen. Für die kommenden Jahre ist weiteres Wachstum geplant – sowohl Südosteuropa als auch Übersee bieten hierfür hervorragende Potenziale.“ Dabei stand das Wolfsberger Unternehmen, damals noch unter dem Namen Ploetz Packaging GmbH, 2010/2011 bereits mit dem Rücken zur Wand: Verbindlichkeiten von zehn Millionen Euro, fehlende Liquidität, ein negatives Eigenkapital und strukturelle Probleme standen lediglich knapp über drei Millionen Euro an Umsatzerwartung gegenüber. Das Sanierungsverfahren war bereits voll im Gang, der Verlust von 40 Arbeitsplätzen drohte. Das außergewöhnliche Know-how und technische Equipment im Betrieb und die Erfahrung und Motivation der MitarbeiterInnen überzeugten das Restrukturierungsteam jedoch rasch, sich intensiv für die Rettung des Betriebs zu engagieren. Die ersten Aktivitäten zeigten rasch Wirkung – so konnte bereits 2012 der Umsatz auf über fünf Millionen Euro ausgebaut und ein operativer Gewinn erwirtschaftet werden. „Innerhalb eines Jahres gelang der Turnaround. Damit konnten auch die Arbeitsplätze im Kärntner Lavanttal gesichert werden“, so Hockl.
Wesentlich war dabei auch, dass Kunden und Lieferanten dem Restrukturierungskonzept Glauben schenkten – so verzichtete etwa der Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) unter Einhaltung bestimmter Auflagen zuerst temporär, letztendlich zur Gänze auf die Zahlung der Quote, weil die Erhaltung der bestehenden und der zukünftige Aufbau weiterer Arbeitsplätze diesen Schritt rechtfertigten.
Dank einer Finanzspritze durch die i4g Investment GmbH und mit Hilfe des strategischen Partners Greiner Packaging konnte das langfristige Ziel – der kontinuierliche Ausbau der Industriegruppe Cardbox Packaging durch neue Partner und zusätzliche Standorte – in Angriff genommen werden. 2013 folgte planmäßig ein erster Überschuss auf EGT-Basis und die Eröffnung des zweiten Standorts in Zádverice (Tschechische Republik).
 
 
Foto: Lang Lang
Klaus Hockl, Geschäftsführer der Cardbox Packaging Holding GmbH
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Kommentar

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