Milliardendeal in heimischer High-Tech-Branche

Veröffentlicht am: 05.04.2017

Das Innviertler Unternehmen B&R, spezialisiert auf die Herstellung von Industrie-Elektronik, gilt als oberösterreichisches Paradeunternehmen. Jetzt wechselt der Automatisierungsspezialist den Eigentümer. Verkauft wird in die Schweiz. Der Standort in Österreich soll künftig aber sogar ausgebaut werden.

Der Industriekonzern ABB kauft den oberösterreichischen Betrieb B&R. B&R ist der größte unabhängige Anbieter mit Fokus auf produkt- und softwarebasierten offenen Lösungen für die Maschinen- und Fabrikautomation weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1979 von den beiden Freunden, und bis heute alleinigen Eigentümern, Erwin Bernecker und Josef Rainer im Keller einer Bank in Eggelsberg. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter, darunter ungefähr 1.000 Forschung & Entwicklungs- und Anwendungsingenieure. B&R ist in 70 Ländern aktiv und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar (2015/16) im 20 Milliarden US-Dollar großen Marktsegment für Maschinen- und Fabrikautomation.
Mit der Kombination entsteht eines der weltweit umfassendsten Angebote in der Industrieautomation: Die Transaktion bringt die Produkte, Lösungen und Software für moderne Maschinen- und Fabrikautomation von B&R mit ABBs Angebot in der Robotik, Prozessautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung zusammen.

Wachstumschance für die Zukunft
„Diese Kombination ist eine fantastische Chance für B&R, unsere Kunden und Mitarbeiter. Wir sind überzeugt, dass ABB für uns die beste Plattform bietet, um das nächste Kapitel unserer Wachstumsgeschichte zu schreiben. ABBs beeindruckende globale Präsenz, das digitale Angebot und das ergänzende Portfolio sind entscheidende Faktoren, um unser Innovations- und Wachstumstempo weiter zu erhöhen“, sagt Rainer.
„Diese Transaktion ist ein äußerst positives Signal an all unsere Mitarbeiter, denn Eggelsberg wird für die gesamte ABB zum globalen Zentrum für Maschinen- und Fabrikautomation“, sagt Bernecker. „Für mich ist dabei das Wichtigste, dass beide Firmen und ihre Mitarbeiter so gut zusammenpassen und dass unser Gründungsstandort weiter eine zentrale Rolle spielen wird.“

Bekenntnis zum Standort
Dass die Übernahme als klares Bekenntnis zum Standort Österreich zu verstehen sei, bestätigt man auch bei ABB. Hier schätze man vor allem die hohe Qualifikation der Arbeitskräfte, sagt Ulrich Spiesshofer im Interview mit Ö1. „Wir wollen die Wachstumsgeschichte des Unternehmens in Zukunft fortschreiben“, so Spiesshofer. Dem Standort in Oberösterreich drohen keine Einschränkungen: im Gegenteil. Spiesshofer zufolge möchte man die Belegschaft künftig sogar erweitern. Angepeilt wird mit dem Unternehmen ein Umsatz von einer Milliarde Euro pro Jahr.
Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ö1 zufolge dürfte das Unternehmen dem Vernehmen nach für rund zwei Milliarden Euro den Besitzer wechseln.

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Kommentar

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