Haltbarkeitsverlängernde Technologie erstmals bei Kunststoffbechern

Veröffentlicht am: 11.09.2014

Verschiedene Techniken können dazu beitragen, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern. Im Molkereibereich sind beispielsweise ultrahohes Erhitzen und die Zugabe von Konservierungsstoffen gängige Varianten. Konsumenten stehen beiden Methoden zunehmend skeptisch gegenüber. Gleichzeitig fordern sie jedoch eine lange Haltbarkeitsdauer, um die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen. Mit der inert barrier technology hat Greiner Packaging International eine Antwort auf diesen Bedürfnisspagat gefunden.

Die Technologie nutzt die exzellenten Eigenschaften der chemischen Verbindung Siliziumoxid. Eine extrem dünne Schicht aus diesem Material wird auf der Innenseite von Kunststoffbechern aufgebracht. Die technische Umsetzung erfolgt in Form eines Plasmaabscheideverfahrens. Kunststoffbecher kommen in eine Kammer, in der ein Vakuum erzeugt wird. In dieser Kammer erzeugt eine Elektrode in Verbindung mit eingeleitetem Sauerstoff und siliziumhaltigem Gas ein Plasma. Dadurch ergibt sich eine Beschichtung auf den Bechern. Die Barriereschicht und der Kunststoff gehen eine sogenannte „kovalente Bindung“ ein.

Die Siliziumoxid-Schicht ist chemisch inert und sorgt für stark reduzierte Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit. Im Vergleich zu unbeschichteten Kunststoffbechern aus PP steigt die Sauerstoffbarriere um den Faktor 20. Gegenüber Verpackungen aus PS erhöht sie sich sogar um den Faktor 30. Die inert barrier technology sorgt für optimalen Aromaschutz und erhält Geruch und Geschmack des Füllgutes. Gegenüber Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert sie unempfindlich und ist zudem flexibel, pasteurisations- und sterilisationstauglich. Die inert barrier technology verhindert einen sogenannten Retort Shock (Abfall der Barrierewirkung). Dadurch ermöglicht sie eine längere Haltbarkeit von Lebensmitteln ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen.

Die mittels inert barrier technology aufgebrachte Siliziumoxid-Schicht ist rund 500 Mal dünner als ein menschliches Haar. Sie wiegt so gut wie nichts und hat daher keinen Einfluss auf das Verpackungsgewicht – ein bedeutender Faktor in Hinblick auf Logistik und CO2-Ausstoß. Auch in den Bereichen Entsorgung und Recycling macht die inert barrier technology eine gute Figur. Beschichtete Verpackungen werden als Monomaterial deklariert und können bedenkenlos eingemahlen werden. Das Mahlgut kommt bei der Produktion neuer Kunststoffbecher wieder zum Einsatz.

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Kommentar

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