Xeikon-Gründer De Shampehlaere verstorben

Veröffentlicht am: 26.01.2017

Lucien De Schamphelaere, Gründer von Xeikon, ist am 20. Januar verstorben ist. Er wurde 85 Jahre alt.

Lucien De Schamphelaere wurde am 3. April 1931 in Gijzenzele, Belgien, geboren. 1952 hat er sein Studium zum Elektronikingenieur abgeschlossen und noch im gleichen Jahr eine Arbeit im Physiklabor von N.V. Gevaert Photo-Products aufgenommen.
1958 wechselte er zur neuen Messgeräte-Abteilung. In den 70er-Jahren gelangte De Schamphelaere immer mehr zu der Überzeugung, dass die traditionelle Fotochemie unweigerlich von der elektronischen Bildgebung ersetzt werden würde. So begann er in aller Stille mit einer Gruppe enger Mitarbeiter an einer elektronischen Druckmaschine zu arbeiten. 1979 gründete er mit Unterstützung durch die ehemaligen leitenden Mitarbeiter des Unternehmens André Leysen und Etienne De Wolf eine neue Abteilung für elektronische bildgebende Systeme. Nur drei Jahre später konnte das kleine Team auf der Hannover Messe mit der P400 bereits seine erste digitale Schwarzweiß-Druckmaschine vorstellen.
Seine gesamte berufliche Laufbahn war von der Suche nach neuen Herausforderungen gekennzeichnet. „Wenn ein Projekt erst einmal läuft, verliere ich bald das Interesse daran. Am glücklichsten bin ich am Anfang, wenn ich etwas entwickeln kann, was es bisher noch nicht gibt“, sagte er in einem Interview mit der flämischen Zeitung „De Tijd“. Ab 1986 hatte er als Präsident der Risikokapitalfonds von Agfa die Zeit, nach den vielversprechendsten Anwendungen in der digitalen Bildgebung Ausschau zu halten. Bis 1988 hatte er bereits einen Plan für das fertig, was später einmal „Xeikon“ werden sollte. Für dieses neue Projekt wurde im Jahr 1988 unter dem Namen „Ellith NV“ eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet. Der Firmenname wurde kurz darauf in „Xeikon NV“ geändert, eine Wortschöpfung aus dem griechischen Wort „xeros“ für trocken und „eikon“ für Bild. Agfa hielt an diesem Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung. Das restliche Kapital wurde von sechs weiteren Investoren eingebracht.
Im Sommer 1993 war dann die Zeit reif und Xeikon führte mit der DCP-1 eine digitale Farbdruckmaschine ein, die ohne Farbträger drucken konnte. Die renommierte Fachzeitschrift Seybold bezeichnete sie als „einen neuen Standard für den Farbdruckmarkt. Die Auswirkungen der DCP-1 auf den Farbdruck sind wahrscheinlich genauso groß wie die, die der LaserWriter von Apple auf den Schwarzweißdruck hatte.“ 1996 wurde Xeikon als erst zweites belgisches Unternehmen an der NASDAQ-Börse gelistet. Im Alter von 67 Jahren zog sich De Schamphelaere von seiner Position als CEO zurück und gab 1998 sein Amt als Präsident von Xeikon auf.
Für seine Pionierarbeit in der Druckindustrie wurde De Schamphelaere mit zahlreichen Auszeichnungen, wie dem GATF-Award, dem IS&T Award und dem renommierten Cary Award (1997), geehrt. Wim Maes, CEO von Xeikon, sagt: „Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von Lucien De Schamphelaere erfahren. Ihn zeichnete eine unglaubliche Leidenschaft für den Digitaldruck und eine unermüdliche Energie aus, die es ihm ermöglichten, in seinem Leben so viel zu erreichen. Sein Engagement und sein Pioniergeist bilden die Grundlage für das, was Xeikon heute ist.“

« voriger   |   nächster » « zurück

Kommentar

Unbequeme Convenience

Immer einfacher,

immer bequemer: der Convenience-Trend macht vor dem Obstregal nicht Halt. Geschälte und wieder verpackte Bananen sind ein bekanntes Worst-Case Beispiel.

Die neue Multi-Frucht-Box von San Lucar kommt zwar ohne das Schälen und Wiederverpacken aus, ist ansonsten aber auch nicht überzeugender.