Platz sparen bei der Kartonagenentsorgung

Veröffentlicht am: 29.04.2014

Die Wiederverwertung gebrauchter Kartons kann problematisch werden, nicht zuletzt weil die zunehmend größeren Faltkartons sehr viel Platz benötigen. Die Brenner Verpackung GmbH & Co. KG, einer der leistungsstärksten Verpackungsproduzenten und -dienstleister Süddeutschlands, nutzt eine spezielle Schredder-Anlage, um die Kartonagen zu zerkleinern und so die Prozesse bei der Entsorgung zu vereinfachen. Der verwendete EKZ Karton-Zerkleinerer der Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH ist mit wartungsarmen Kettenantrieben, verschleißfesten Reißersegmenten und Abstreifsystem eigens für dieses Einsatzfeld ausgelegt und erreicht dadurch eine hohe Verfügbarkeit und Betriebssicherheit.

 

Transportverpackungen aus Holz, Schaumstoff, Wellpappe oder einer Mischung der Materialen für verschiedenste Produkte sind das Spezialgebiet von Brenner Verpackung. Die große Nachfrage, besonders nach Lösungen aus Pappe, bringt jedoch eine logistische Herausforderung mit sich: Pro Monat fallen etwa fünf Tonnen an Kartonagen zur Zerkleinerung an. „Wir hatten früher keine Zerkleinerer oder Presscontainer. Die Kartonreste kamen flachliegend direkt und unzerkleinert aus der Produktionsmaschine in einen Papiercontainer“, berichtet Bernd Peter, Betriebsleiter bei Brenner Verpackung. Als im Rahmen eines Umzugs die Produktionsprozesse teilweise automatisiert wurden, entschied das Unternehmen daher, auch die Entsorgung zu optimieren. Die internationale Palm Verpackungsgruppe, zu der die bayerische Firma gehört, hatte gute Erfahrungen mit Erdwich-Schreddern gemacht, weshalb sich auch Brenner an den Zerkleinerungsspezialisten wandte.

Hauptanforderungen an die Anlage waren, dass sie Well- und Vollpappe verarbeiten kann und von den Abmessungen her in den zur Verfügung stehenden, recht beengten Raum passen sollte. Erdwich empfahl daher einen Schredder der EKZ-Reihe, der sich dank verschiedener Baugrößen an die jeweiligen Verhältnisse anpassen lässt. Je nach Größe können die Anlagen Verpackungskartonagen bis zu einer Breite von ca. 2.400 Millimeter und einer Höhe von ca. 650 Millimeter sowie Flachkartons bis zu 50 Millimeter Lagenhöhe zuverlässig zerkleinern. „Das Endprodukt ist danach nur noch zwischen ca. 200 x 300 Millimeter und 300 x 400 Millimeter groß und eignet sich damit ideal für die Verdichtung in einer nachfolgenden Presse“, erklärt Anton Keller, Technik-Leiter bei Erdwich. Während unzerkleinerte Kartonagen sich nur sehr schlecht verdichten lassen, wird mit dieser Methode ein kompaktes Ergebnis erreicht, das in der Lagerung oder im Transport nur wenig Raum benötigt und entsprechend niedrigere Kosten verursacht.

Zum Schreddern nutzt das System zwei Wellen mit unabhängigen Antrieben, eine langsam laufende Einzugs- und eine schnellere Reißerwelle, die die Kartonagen in die gewünschte Größe zerfetzt. Verwendet werden dazu Segmente aus verschleißfestem Spezialstahl, die am Reißerrotor so angeordnet sind, dass sie abwechselnd schräg nach außen und nach innen weisen. Auf diese Weise ergibt sich bei der Drehung der Welle eine Taumelbewegung, die den gewünschten Zerkleinerungseffekt sicherstellt. Die mit 520 Millimeter Durchmesser großen Rotoren verarbeiten dabei auch großformatige Kartonagen ohne Probleme, selbst Styropor- und Obstkisten könnten damit geschreddert werden. Zusätzlich sind Einzugs- und Reißerrotor mit speziellem Abstreifsystem versehen, die ein Umwickeln der Welle verhindern und für eine stabile Materialzufuhr sorgen.

Generell ist die gesamte Anlage auf eine möglichst hohe Betriebssicherheit mit langen Wartungsintervallen ausgelegt: Dank des verbauten Spezialstahls liegen die Standzeiten der Einzugs- und Reißerelemente bei ca. 6.000 bis 8.000 Betriebsstunden. Sollte dennoch ein Austausch notwendig werden, lässt sich dieser innerhalb kürzester Zeit und ohne Ausbau der Wellen erledigen, da die Segmente einzeln verschraubt und in der Mitte geteilt sind. Zur Kraftübertragung werden Kettenantriebe genutzt. „Durch diese Antriebsform können individuelle, auf das Material abgestimmte Drehzahlen für den Einzugs- und den Reißerrotor gewählt werden“, so Keller. „Da es sich um eine langsam laufende Maschine handelt, haben die Ketten selbst eine hohe Lebensdauer und geringen Nachschmierbedarf.“ Eine SPS-Steuerung mit Revisier- und Abschaltautomatik schützt den Schredder zudem vor Schaden durch Überlastung oder Massivteile im Material. Sollte ein solches, nicht-zerreißbares Teil in die Anlage geraten, stoppt die Maschine automatisch den Zerkleinerungsprozess und zeigt die Störung an.

Zur Integration in die Prozesslinie gibt es den EKZ in unter-schiedlichen Ausführungen. Etwa mit angebauten Aufgabetisch als Standgerät für eine manuelle Beschickung oder als Vertikal-Ausführung zum Aufbau über Presssysteme oder Einbau in Abwurfschächte.

Ebenso lässt sich der Zerkleinerer individuell an den nachfolgenden Transportweg anbinden, beispielsweise mittels steuerungstechnischer Parameter oder Füllstandsmessungen. Bei Brenner Verpackung wird die neue Anlage manuell bestückt und das Ausgabematerial via Förderband zu einer Presse transportiert. „Das läuft sicher und reibungslos“, bestätigt Betriebsleiter Bernd Peter. „Und die Volumenreduzierung ist eine spürbare Erleichterung.“

Die Firma Erdwich bietet außerdem den Feinkartonzerkleinerer FKZ als ideale Ergänzung zum Kartonzerkleinerer EKZ. Durch seinen effizienten Zerkleinerungsprozess eignet er sich perfekt zum störungsfreien Absaugen direkt an der Anfallstelle. Material wie Kartonagenabfälle aus Produktionsmaschinen oder Stanzautomaten können so direkt in bestehende Fördersysteme abgesaugt werden. Dadurch bietet Erdwich ein komplettes System für die hocheffiziente Verarbeitung von Kartonabfällen. Unterschiedliche Baugrößen ermöglichen ein auf das jeweilige Volumen abgestimmte, wirtschaftliche Maschinenkonzeption.

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