Mayr-Melnhof investiert am Standort Hirschwang

Veröffentlicht am: 17.11.2020

Der Konzern konnte auch im 3. Quartal mit solider Mengen- und Cash-Flow- Entwicklung an den bisher insgesamt kontinuierlichen Geschäftsverlauf in 2020 anschließen.

Während die Umsatzerlöse der ersten drei Quartale wieder nahezu das Vorjahresniveau erreichten, liegen die Ertragszahlen erwartungsgemäß infolge von Einmaleffekten vor allem aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen unter dem Vorjahr. Diese belasten das operative Ergebnis kumuliert per Ende September 2020 mit 57,5 Millionen Euro, wovon ein Großteil auf Abschreibungen von langfristigen Vermögenswerten entfällt. In der Kartondivision trugen insbesondere vorteilhafte Rohstoffkosten sowie eine konsequente Preispolitik zu einer positiven Entwicklung im laufenden Geschäft bei. Die Packaging-Division zeigte sich vor allem aufgrund der insgesamt guten Mengenentwicklung robust.
Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns erreichten mit 1.903,5 Millionen Euro nahezu wieder das Vorjahresniveau. Das betriebliche Ergebnis lag mit 169,3 Millionen Euro um 13,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hierin sind Einmalaufwendungen in Höhe von 57,5 Millionen Euro aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen sowie der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen CEO enthalten. Aufgrund einer gut bevorrateten Lieferkette hat sich der Auftragseingang bei MM Karton im Verlauf des 3. Quartals erwartungsgemäß abgeschwächt. Die Kapazitätsauslastung der Kartondivision lag jedoch vor allem aufgrund eines geplanten Umbaus im Kartonwerk Gernsbach, Deutschland, mit 95 Prozent unter dem Wert des Vorquartals und Vorjahres. Demgegenüber zeigte sich die Auftragslage von MM Packaging insgesamt stabil, wobei einem Zuwachs bei Produkten des täglichen Bedarfes (Fast Moving Consumer Goods) niedrigere Mengen in hochwertigen Märkten wie Duty-free, Premium und Kosmetikartikeln gegenüberstanden.
Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des damit verbundenen starken Konjunkturabschwungs auf das Geschäft und die Lieferkette bleiben weiter schwer einschätzbar. Infolge des Schwerpunktes der Geschäftstätigkeit auf systemrelevante Verpackungsprodukte für Güter des täglichen Bedarfes sollte jedoch weiterhin eine gewisse Resilienz gegeben sein. Die aktuelle Entwicklung der Auftragsstände auf normalem Niveau signalisiert Kontinuität aber auch kurzfristige Visibilität. Für den strategischen Rohstoff Altpapier ist coronabedingt mit steigender Preisvolatilität zu rechnen. Das Jahresergebnis wird aufgrund von Einmaleffekten weiter unterhalb des Vorjahres erwartet.
Im September informierte man über die Stilllegung der kleinen Kartonmaschine am Standort Hirschwang. Hohe anstehende Ausgaben für die 70 Jahre alte, wettbewerbsschwache Maschine waren nicht zu rechtfertigen. Das Ergebnis der Kartondivision wurde dadurch mit rund 21 Millionen Euro belastet, wovon der überwiegende Teil auf Abschreibungen entfällt. Ein Sozialplan wurde für die betroffenen Mitarbeiter vereinbart. Nun stärkt man die Faltschachtelproduktion Neupack in Hirschwang. Ein Investitionsplan in Höhe von 18 Millionen Euro in Gebäude und Maschinen soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes in den Wachstumsmärkten E-Commerce-Verpackung und hochwertig bedruckte Konsumgüterverpackung in Feinstwelle (Microwelle) für Produkte wie Lebensmittel, Tiernahrung und elektrische Haushaltsgeräte deutlich erhöhen. Neben der Errichtung einer vergrößerten Produktions- und Lagerhalle wird in neue Drucktechnologie, Stanzkapazitäten sowie Automation und Infrastruktur am Stand der Technik investiert. Ziel ist es, Neupack Hirschwang mit gebündelten Kräften und einem attraktiven Produktangebot auf gutem Ergebnisniveau in die Zukunft zu führen. Das Faltschachtelwerk ist Arbeitgeber in der Region mit aktuell 215 Beschäftigen.

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Kommentar

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