Künstler malt Charlie Chaplin mit einem Industriedrucker

Veröffentlicht am: 25.04.2018

Abiamba, in der Kunstwelt bekannt unter dem Namen Afran, hatte auf der Messe wire and Tube 2018 einen Stand. Er lag der Paul Leibinger GmbH direkt gegenüber. „Wir sind ins Gespräch gekommen und hatten plötzlich die verrückte Idee, einen Druckkopf als Pinsel zu benutzen“, erinnert sich Christina Leibinger, Geschäftsführerin der Paul Leibinger GmbH & Co. KG. Normalerweise ist der zylinderförmige Druckkopf des Druckers JET3up fest an einem Förderband oder hinter einem Extruder montiert und über eine Kopfleitung mit der Hydraulik im Druckergehäuse verbunden. „Abiamba hat den Druckkopf in die Hand genommen und sich die Kopfleitung über die Schulter gehängt. Als Leinwand nutzte er die Rückseite eines Messeposters.“ Der Künstler hatte nur kurz mit dem Druckkopf geübt, dann begann die Show: Abiamba malte auf dem Boden ein Porträt des britischen Komikers Charlie Chaplin. In Windeseile brachte er mit dem silbernen Elektropinsel die Erkennungsmerkmale der Filmikone auf Papier, etwa die Melone und den berühmten Zweifingerschnurrbart. „Mitarbeiter und Messebesucher waren beeindruckt. Die Performance hat Vielen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, schwärmt Leibinger. „Das Porträt in Silber sieht umwerfend aus und erhält einen Ehrenplatz in unserer Firmenzentrale in Tuttlingen.“ Chaplin selbst hätte das Schauspiel bestimmt gefallen. Eines seiner berühmtesten Zitate lautet: Ein Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.

Wie sich ein Druckkopf als Pinsel nutzen lässt? Im Inneren arbeitet die sogenannte Continuous-Inkjet (CIJ) Technologie. Bis zu 120.000 elektrisch aufgeladene Tintentropfen schießen pro Sekunde durch eine winzige Düse in Richtung eines Auffangrohrs. Beim Drucken kommen zwei Ablenkelektroden ins Spiel. Sie verändern die Flugbahn einzelner Tropfen, sodass sie als Bildpunkt auf der Produktoberfläche landen – die restlichen Tropfen fliegen in ein Fängerrohr und zirkulieren im System. Abiamba musste beim Malen das Papier nicht berühren.

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Kommentar

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