Arbeitskreis des ZNU: Austausch fördert Nachhaltigkeit

Veröffentlicht am: 14.07.2015

Wie verpacken wir morgen Lebensmittel? Auf jeden Fall leichter! Das war eine der Antworten beim Arbeitskreis des ZNU (Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung) bei Bischof + Klein in Lengerich.

Beim Treffen in Lengerich ging es um zukunftsfähige Verpackungslösungen für Nahrungs- und Genussmittel. Auf besonderen Wunsch der Teilnehmer erläuterte David Köppe, Entwicklungsingenieur bei Bischof + Klein (B+K), Chancen und Risiken von Biokunststoffen. Zwar ist das Interesse groß, der Durchbruch im Markt lässt jedoch auf sich warten. Gründe liegen im höheren Preis bzw. in fehlenden Recyclingsystemen für biologisch abbaubare Kunststoffe. Kritisch wird auch die Flächenkonkurrenz von Nahrungsmittel- und Rohstoffproduktion gesehen.
Deutliche Fortschritte kann die Verpackungsindustrie bei der Reduzierung des Materialeinsatzes verzeichnen. Laut einer aktuellen Studie der GVM (Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung) wird heute bei der Produktion von Kunststoffverpackungen rund ein Drittel weniger Material eingesetzt als 1991. „Granulate mit verbesserten Eigenschaften, moderne Extrusionsanlagen und Optimierung der Verbundstrukturen ermöglichen eine deutliche Reduzierung der Wanddicken bei Konsumverpackungen“, so Köppe. Bei Vakuumverpackungen für Kaffee werde so eine Dickenreduzierung von 12 Prozent, die mit 27 Prozent Gewichtseinsparung einhergingen, erzielt. Bei gleichbleibendem Rollendurchmesser reduziert sich die Anzahl der Rollen und damit auch der Transportaufwand. 
Mit großem Interesse folgten die Teilnehmer bei der Betriebsführung den Erläuterungen zur Herstellung flexibler Verpackungen von der Extrusion der Folien über Kaschierung und Druck bis zur Konfektion. In einem Workshop ging es anschließend um die speziellen Bedürfnisse und Anforderungen der Lebensmittelindustrie in Bezug auf die Verpackung. Als Grundlage hierzu hatten Jacob Fels und Dr. Axel Kölle vom ZNU vorab eine Online-Umfrage durchgeführt. Einig waren sich die Teilnehmer in ihrem Wunsch nach mehr Kommunikation innerhalb der Lieferkette. Ein besserer Austausch zwischen Lebensmittelproduzenten, Handel, Maschinenbauer, Abfüller, Verpackungshersteller und Recyclingindustrie könnte das Thema Nachhaltige Verpackung weiter voranbringen.
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Kommentar

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