Der Tuben-Multiplikator

Veröffentlicht am: 02.07.2013

Das Pharma-Unternehmen Medice Arzneimittel produziert ab sofort sein Brand- und Wundgel Medice sowie die halbfesten Produkte der Marke Soventol im eigenen Werk. Dafür hat die Firma u.a. in eine neue, leistungsstarke Füllplattform investiert: die FP 18-1 von Oystar IWK.

 

In kaum einer Hausapotheke fehlen die bewährten Produkte zur Wund- und Hautheilung des Iserlohner Pharma-Unternehmens Medice: Ob bei Schürfwunden, Insektenstichen, allergischen Reaktionen oder kleineren Verbrennungen – die Anwendungsbereiche von Soventol & Co. sind vielfältig. Gleichermaßen hoch sind die Qualitätsanforderungen des Herstellers an seine Produkte. So entschied sich Medice letztes Jahr im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung dafür, die Herstellung der bisher in Lohnverpackung produzierten Produkte Soventol HC Creme und Soventol Gel wieder im eigenen Hause zu verantworten. Jedoch konnte die bisherige Anlage die erforderlichen Produktionsmengen von rund drei Millionen Tuben pro Jahr rationell nicht erbringen. Daher brauchte es einen entsprechend leistungsfähigen, neuen Tubenabfüller.

Die Entscheidung fiel auf die FP 18-1 von Oystar IWK. Die Anlage erfüllt alle von Medice gewünschten Anforderungen: Sie ist technologisch „State-of- the-art“, besitzt ein GMP -gerechtes Design und ermöglicht die Zugänglichkeit von allen Seiten für eine gute Reinigung. Zudem erlaubt die FP 18-1 eine personalarme Betreuung mit einfacher Bedienung.

„Die FP 18-1 ist seit sechs Monaten bei uns in Betrieb und wir sind rundum zufrieden“, zieht Reiner Pöstges, Leiter des Geschäftsbereichs Produktion und Technik bei Medice, eine erste Bilanz. Das Bedienpersonal schätze vor allem die intuitive Menüführung des HMI-Touchpanels „TEOS“. „Auf dem 15,4 Zoll großen Widescreen-Display wird jeder einzelne Prozessschritt anschaulich dargestellt“, erklärt Pöstges. Darüber hinaus sorgen ein weitgehend werkzeugfreier Wechsel der Formatteile sowie ein automatisch höhenverstellbares Transportsystem für eine schnelle Rüstung der Tubenfüllanlage.

Insgesamt verarbeitet die FP 18-1 bei Medice vier verschiedene Produkte (Cremes und Gele) in neun unterschiedlichen Tubenformaten von 15 bis 100 Gramm. Die Produkte werden in Aluminiumtuben mit Dreifach-Falz bei einer Leistung von bis zu 100 Tuben pro Minute abgefüllt und anschließend automatisch in einem Oystar IWK-Kartonierer SC 5 in Faltschachteln verpackt.

Eine Produktionskampagne umfasst maximal vier Tonnen an Bulk-Ware. Diese wird in Chargen von je 1.000 Kilogramm in so genannte „Inliner“ abgefüllt: Mehrschichtige Plastikbeutel, die in einem Intermediate Bulk Container (IBC) gelagert und während der Abfüllung neben der Tubenfüllmaschine bereitgestellt werden. Mittels eines Zuführsystems, bestehend aus einer Exzenterschnecken-Pumpe und einem 10 Liter-Stauzylinder, wird das Produkt dann angesaugt und zur Dosierstation befördert. „Mit der Umstellung auf Inliner haben wir absolutes Neuland betreten“, erzählt Martin Becker, Leiter der Konfektionierung bei Medice. „Das gesamte System läuft aber seit der ersten Minute fehlerfrei in einem stabilen Prozess. Schon jetzt haben wir den Wirkungsgrad beim Abfüllen und Verpacken der Tuben im Vergleich zu früher beinahe verdoppelt.“ Zudem ist weder eine aufwändige Reinigung der produktberührenden Container nötig, noch eine Reinigungsvalidierung. Auch das Risiko einer Kontamination wird minimiert sowie Flächenbedarf für die Lagerung eingespart.

Auch für eine weitere Produktionsausweitung ist schon vorgesorgt: Die FP 18-1 ist antriebsseitig für die modulare Nachrüstung einer Heißluft- Schweißstation sowie einer Schneidestation ausgestattet, so dass zusätzlich die Verarbeitung von Kunststoff- und/oder Laminattuben möglich ist.

Die „FP 18-1“ von Oystar IWK kann Metall-, Kunststoff- und Laminattuben mit einem Durchmesser von 10 bis 60 mm und einer Länge von 60 bis 250 Millimeter füllen. Das Abfüllvolumen reicht von 1,5 bis 400 Milliliter Inhalt. Pro Minute werden bis zu 120 Tuben gefüllt und verschlossen. Damit ist die FP 18-1 der derzeit schnellste am Markt verfügbare, einstellige Tubenfüller.

Neben der Produktion unterschiedlicher Tuben ist die Füllplattform für weitere kosmetische Anwendungsgebiete einsetzbar; es können auch Flaschen oder Tiegel gefüllt werden. Für technische Präzision während der Abfüllung sorgen servomotorische Steuerungstechnologien. Zudem kann das Dosiersystem „Lobe Pump“ integriert werden: Durch den Einsatz einer Drehkolben-Pumpen-Einheit (Lobe) können die Rüst- und Reinigungszeiten der Maschine weiter reduziert werden.

Ergänzt wird die FP 18-1 um fünf weitere Modelle der FP-Baureihe mit einer Ausbringung von bis zu 300 Tuben pro Minute.

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Kommentar

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