Grüne Verpackung: Wiederverwendbare Lösungen für den Paketversand

Veröffentlicht am: 16.11.2021

Mit dem stetigen Wachstum des E-Commerce wächst auch die Anzahl der Verpackungen. Über 18 Millionen Pakete hat die Post den Österreichern alleine im Dezember 2020 zugestellt.

Das Paketaufkommen zur Weihnachtszeit bedeutet aber nicht nur Hochsaison für die Post, sondern sorgt auch regelmäßig für volle Papiercontainer nach den Weihnachtsfeiertagen. Die Post forscht daher seit dem vergangenen Jahr mit der FH Oberösterreich an wiederverwendbaren und nachhaltigen Verpackungslösungen für den Paketversand. Das Ergebnis ist die „Grüne Verpackung“, ein Pilotprojekt mit fünf kooperierenden Handelsunternehmen, kofinanziert durch das Land Oberösterreich.
„Wir arbeiten schon seit über 10 Jahren sehr ernsthaft am Thema Nachhaltigkeit. Beginnend mit der CO2-neutralen Zustellung 2011 bis hin zu unserem Ziel der CO2-freien Zustellung 2030. Mit der grünen Mehrweg-Verpackung für den Paketversand schauen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern über den Tellerrand der Aufgaben als Transportdienstleisterin hinaus, versuchen auch die vorgelagerten Prozessschritte einzubinden und mögliche Lösungen zu testen“, so DI Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.
„Wir haben Kunden und Handelsunternehmen befragt und 40 verschiedene Verpackungslösungen evaluiert. Aktuell arbeiten wir im Innovationszentrum Logistikum.Retail gemeinsam mit unseren Projektpartnern am operativen Set-up, das heißt: der Beschaffungsprozess für die ausgewählten Verpackungen für den Pilottest läuft, die Schulung der Mitarbeiten in der Kommissionierung wird konzipiert wie auch interne Prozesse werden adaptiert“, beschreibt Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich, den Status quo im Forschungsprojekt. „Danach werden wir gemeinsam mit den Handelsunternehmen dm, Interspar-Onlineshop weinwelt.at, Iintersport, Tchibo und Thalia vier nachhaltige Mehrweg-Verpackungen testen.“
Und so funktioniert die „Grüne Verpackung“: Die teilnehmenden Handelsunternehmen wickeln Online-Bestellungen wie gewohnt ab und verschicken die Waren in wiederverwendbaren Verpackungen mit der Post. Die Empfänger entnehmen die Produkte und falten die Verpackungen – einfache Anleitungen sind aufgedruckt oder beigelegt – zusammen und retournieren diese über Briefkästen, Post-Geschäftsstellen, SB-Zonen oder Zusteller an die Handelsunternehmen. Dort werden die Verpackungen gereinigt und gehen erneut in den Versand.
In einer Vorstudie der FH Oberösterreich wurden über 40 nachhaltige Verpackungslösungen detailliert betrachtet und analysiert. Die Erkenntnisse der Studie zeigten, dass durch den Aufbau eines Mehrwegzyklus die größten Emissionseinsparungen möglich sind. In Zusammenarbeit mit den Verpackungsanbietern sowie den fünf Partnerunternehmen wurden vier Verpackungen für den Test ausgewählt.
Re-Zip Boxen
- Lebensdauer: fünf bis 10 Zyklen
- Material: Karton
- Sehr niedrige Umwelteinflüsse, in Dänemark bereits erprobt
Re-Zip Bags
- Lebensdauer: zehn bis dreißig Zyklen
- Material: beschichteter Holzfaserstoff
- Optimal für Textilien, ermöglicht Vermeidung von Plastik (Polybags)
Packoorang Bags
- Lebensdauer: fünfzig bis hundert Zyklen
- Material: recyceltes PET
- Sehr hohe Lebensdauer, durch Polsterung auch für zerbrechliche Güter geeignet
Returnity Weinboxen
- Lebensdauer: 100 bis 125 Zyklen
- Material: recyceltes PET
- Faltbare Tasche mit Einlage, Versandmöglichkeit für bis zu sechs Flaschen
Das Pilotprojekt startet im Februar und wird bis Juli 2022 laufen, verschickt werden ausgewählte Produktgruppen. Das gesamte Projekt wird durch die FH Oberösterreich einer ökologischen Bilanzierung unterzogen. Da die Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen oder recyceltem PET bestehen, wird bereits nach wenigen Zyklen der ökologische Break-even-Point im Vergleich zum herkömmlichen Einwegkarton erreicht. Die CO2-neutrale Zustellung der Post trägt zusätzlich zur Nachhaltigkeitsbilanz bei.

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Kommentar

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