Schumacher Packaging baut Wellpappe-Werk in Greven aus

Veröffentlicht am: 12.07.2021

Schumacher Packaging baut sein Wellpappe-Werk in Greven zu einem Multi-Mega-Werk der nächsten Generation massiv aus und reagiert damit auf den gestiegenen Bedarf aus dem Online-Handel.

Der Verpackungsspezialist reagiert damit sehr schnell auf die aktuell enorm steigende Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen, die nicht zuletzt durch den boomenden E-Commerce-Sektor getrieben ist. Neben einer Erweiterung der Produktionsfläche um über 20.000 Quadratmeter werden bereits ab 2022 zwei Wellpappe-Anlagen von BHS Corrugated mit einer Gesamtproduktionskapazität von 600 Millionen Quadratmeter Wellpappe pro Jahr den Ausbau komplettieren. Damit wird Greven zu einem der weltweit größten Multi-Mega-Werke und löst den Stammsitz Ebersdorf mit 350 Millionen Quadratmeter pro Jahr als das bisher größte Wellpappe-Werk ab.
Während die Strategie der Schumacher Packaging Gruppe zu Beginn 2021 noch aufgrund der Corona-Unwägbarkeiten von einer vorsichtigen Investitionsplanung geprägt war, ist die Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen inzwischen explodiert. Allein in Greven investiert die Gruppe in den Jahren 2021 und 2022 darum jetzt insgesamt rund 70 Millionen Euro und schafft 200 neue Arbeitsplätze. Ende Juni geht in Greven bereits eine Erweiterung der Produktionsfläche um 7.000 Quadratmeter in Betrieb. Unmittelbar daran anknüpfend errichtet das Unternehmen auf seinem Werksgelände weitere 14.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Deren Fertigstellung ist für Februar 2022 geplant. „Jetzt, zum hoffentlich baldigen Ende des Pandemiegeschehens in Europa, hat das wirtschaftliche Umfeld eine nie gekannte Dynamik entwickelt“, berichtet Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe. „Wir haben als familiengeführtes Unternehmen den großen Vorteil, mit der gleichen Dynamik auf die Marktentwicklungen reagieren zu können.“
Ein wesentlicher Grund für die boomende Verpackungsnachfrage ist der E-Commerce: Allein in Deutschland betrug der Umsatz im B2C-Onlinehandel im Jahr 2020 72,8 Milliarden Euro – ein beträchtlicher Zuwachs von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 59,2 Milliarden Euro. Wegen der pandemiebedingten Schließungen im stationären Handel haben zahlreiche Konsumenten Ihren Bedarf fast ausschließlich online gedeckt. Auch neue Kundengruppen, die vorher nicht oder nur wenig online gekauft haben, sind hinzugekommen. Dass der Onlinehandel diejenigen, die er durch die Corona-Beschränkungen gewonnen hat, wieder an den stationären Handel verliert, ist nicht anzunehmen. „Die Pandemie hat die Transformation in Richtung E-Commerce beschleunigt, und diese Entwicklung erweist sich als dauerhaft“, so Schumacher weiter. „Analysten gehen davon aus, dass es im Online-Handel auch in den nächsten Jahren jeweils zweistellige Wachstumsraten geben wird.“
Man reagierte sehr schnell und flexibel auf die veränderten Marktbedingungen. „Natürlich hatten wir in Greven immer schon eine Expansionsperspektive im Blick“, so Schumacher. „Die nötigen Grundflächen im AirportPark FMO haben wir schon vor Jahren erworben. Aber unsere Produktionskapazität in Greven so kurzfristig, wie wir das jetzt tun, beinahe zu verdoppeln – das setzt kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien voraus. Ansonsten dauern solche Bauvorhaben wie in Greven oft zweimal so lang. Unsere Baufirmen machen nach der aktuellen 7.000-Quadratmeter-Ausbaustufe einfach bruchlos weiter. Ich denke, gerade die mittelständischen Unternehmen in Deutschland verfügen über die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die der Markt im Moment braucht“, so Schumacher. „Wir mussten jetzt für die Nach-Corona-Zeit sehr schnell den Schalter umlegen. Das haben wir getan.“ Der Markt weiß die Agilität und Investitionsbereitschaft des Verpackungsspezialisten zu schätzen. „Kunden honorieren unser Engagement, denn wir eröffnen ihnen eine Perspektive. Sie schließen jetzt vermehrt längerfristige Lieferverträge mit uns ab“, berichtet Schumacher, „was für beide Seiten wiederum größere Planungssicherheit bedeutet.“

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Kommentar

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