Otto Ganter digitalisiert Versandlogistik mit Bluhm Systeme

Veröffentlicht am: 16.11.2021

Was wären wir ohne DIN-Norm? Sie wurde ins Leben gerufen, um bestimmte Elemente der industriellen Fertigung zu standardisieren und dadurch die Materialbeschaffung wesentlich zu vereinfachen.

Die erste DIN-Norm erschien 1918 – und somit fünf Jahre nach dem ersten Normelemente-Katalog von Otto Ganter aus Furtwangen. Die Otto Ganter GmbH & Co. KG stellt seit 127 Jahren Norm- und Bedienelemente her. Das sind unter anderem Griffe, Knöpfe, Halter und Verschlüsse. Kurz: Eine Vielzahl von Elementen, mit denen sich Geräte und Maschinen manuell bedienen lassen. Weit über 60.000 Artikel hat Otto Ganter permanent ab Lager. Da sich das in vierter Generation geführte Familienunternehmen kürzeste Reaktions- und Lieferzeiten auf die Fahnen schreibt, wurde jüngst die komplette Materialwirtschaft und Versandlogistik digitalisiert. Teil des Automatisierungsprozesses ist ein Etikettendruckspender des Kennzeichnungsexperten Bluhm Systeme GmbH aus Rheinbreitbach.

„Ware zum Mann“ ermöglicht höheres Versandvolumen
„Logistikprozesse haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt“, erklärt Ralf Beitlich, Leiter Logistik bei Otto Ganter. „Daher finden Sie heute in unseren drei Lagern jede Menge Förderbänder. Sie haben uns den Umstieg von ‚Mann zur Ware‘ hin zu ‚Ware zum Mann‘ ermöglicht.“ Mussten Mitarbeiter in der Vergangenheit die bestellen Produkte in den verschiedenen Lägern zusammensuchen, treffen die fertig kommissionierten Transportboxen heute vollautomatisch an sogenannten Packstationen ein. „Bei einem Versandaufkommen von etwa 2.000 Paketen und 70 Paletten pro Tag wäre das anders auch gar nicht zu bewerkstelligen“, so Ralf Beitlich weiter.
Ließen sich die Kollegen früher im Versandbüro Lieferscheine und Versandetiketten für ihren jeweiligen Auftrag ausdrucken, erhalten die Versandkartons heute automatisch eine Paket-ID, die alle Artikel und die jeweiligen Auftragsinformationen enthält. Die Kartons fahren auf Förderbändern weiter zur Umreifung und werden anschließend gescannt. Auf Basis der in der Paket-ID verschlüsselten Informationen erstellt der Etikettendruckspender Legi-Air 4050 E das Versandetikett und bringt es berührungslos auf das Paket auf. Die Paketmaße sind dabei unerheblich. Der Etikettierer erkennt die Produkthöhe und passt sich automatisch daran an.

Etikettendruckspender schnell und einfach integriert
„Das Etikettiersystem von Bluhm hatte ich Jahre zuvor schon auf der LogiMAT-Messe gesehen. Da dachte ich noch: ‚So einen will ich irgendwann auch!‘, erinnert sich Ralf Beitlich. „Als wir dann die Digitalisierung angegangen sind, haben wir den Systemintegrator TGW, mit den wir schon seit 20 Jahren zusammenarbeiten, gebeten, den Bluhm-Etikettendruckspender zu integrieren.“ Otto Ganter nutzt die ERP-Software Microsoft Dynamics, die früher als Navision bekannt war. An diese Software ließ sich der Legi-Air 4050 E problemlos anbinden. Über eine Ethernet-Verbindung wurden Datenübertragung und Systemsteuerung schnell und einfach zentralisiert.
Der Etikettendruckspender ist für den Dauerbetrieb und daher besonders zur Etikettierung von Versandkartons geeignet. Mit ihm lassen sich aber auch andere Produkte wie zum Beispiel Paletten kennzeichnen. Das System kann Druckmodule aller führenden Hersteller ansteuern und Etiketten somit mit einer Auflösung von bis zu 600 dpi bedrucken. Bei Otto Ganter wurde ein Zebra-Druckmodul integriert, das die Versandetiketten mit einer Geschwindigkeit von mehr als sechs Millimetern pro Sekunde bedrucken kann.
Neben dem rasanten Druck kann das System auch blitzschnell etikettieren: Bis zu 80 Etiketten pro Minute bringt es auf die Produktoberflächen auf. Ein Sensor an der Stempelplatte erkennt dabei die jeweilige Oberfläche und lässt den Applikator in einigen Millimetern Abstand stoppen. Dann bläst das System das Versandetikett berührungslos auf das Paket auf. Die große Etikettenvorratsrolle von bis zu 450 laufenden Metern sorgt für eine hohe Verfügbarkeit.

DIN-Norm für zuverlässige Logistikprozesse?
„Die etikettierten Versandkartons werden zum einen an tausende Kleinkunden, zum anderen an zahlreiche Großhändler geschickt,“ erläutert Ralf Beitlich. Dank der Digitalisierung des Logistikprozesses kommt jede Bestellung so zuverlässig beim richtigen Empfänger an, dass man daraus fast wieder schon eine eigene DIN-Norm machen könnte. www.bluhmsysteme.com

   
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Kommentar

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