PROPAK Branche: Betriebe unter Druck

Veröffentlicht am: 09.03.2022

Die industrielle Herstellung von Produkten aus Papier und Karton ist mit einem Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Funktionieren der Lieferketten in Österreich.

Die konsum- und damit handelsnahen Produktlösungen (und Dienstleistungen) nutzen wir alle in unserem Alltag: ob Verpackung, Hygieneprodukt oder Büroartikel. Über fehlende Aufträge kann die PROPAK-Industrie nicht klagen, doch die Situation ist paradox, erklärt Georg-Dieter Fischer, Obmann des Fachverbandes der industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton (PROPAK) in der WKÖ: „Während die Auftragsbücher voll sind, steigen die Kosten drastisch. Vor allem die Rohstoffknappheit treibt die Preise für Papier/Karton und praktisch alle anderen Rohmaterialien rasant in die Höhe. So kam es zu stetig steigenden, teils dramatischen Preiserhöhungen bei Rohpapieren für alle Bereiche. Das umfasst in Summe Dimensionen bis zu 80 Prozent und mehr, und ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht.“ Dazu kommt neben nie dagewesenen Energie- und auch Logistikkostensteigerungen die höchste Inflation seit 10 Jahren, die auch noch die Entgelte in der Branche massiv steigen lässt. Ab ersten März 2022 erhalten die rund 9.000 Beschäftigten der PROPAK 3,9 Prozent mehr Lohn und Gehalt.
Die PROPAK Branche mit ihrem Anspruch, in allen Bereichen der Nachhaltigkeit überdurchschnittlich zu sein und als attraktiver und zukunftsträchtiger Arbeitgeber mit einem hohen Leistungsanspruch heimische Arbeitsplätze zu sichern, hat mit diesem hohen Abschluss trotz unter Druck stehender Wertschöpfung klar Verständnis für die Auswirkungen der Inflation auch auf ihre Beschäftigten signalisiert. Die klein- bzw. mittelbetrieblich strukturierten Unternehmen befinden sich in einer „Sandwichposition“ inmitten der Lieferkette von den Papierherstellern über nationale und internationale Markenartikler bis zu den Handelsketten, so Fischer. Daher ist die Umsetzung der dramatischen Kostenentwicklung in die Preise ihrer Produkte, die einen sehr geringen Anteil am Preis des Endprodukts im Handel ausmachen, äußerst schwierig. „Die Wucht der Kostenexplosion können die PROPAK Unternehmen unmöglich alleine schultern – Preiserhöhungen sind unausweichlich“, kündigt der Obmann an.

   
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