DS Smith äußert sich zur geplanten EU-Verpackungsverordnung

Veröffentlicht am: 29.06.2023

Die EU steht kurz vor dem Erlass neuer Verordnungen zu Verpackungen und Verpackungsabfall. Die vorgeschlagenen Änderungen der Kommission bergen jedoch das Risiko, den Markt mit Millionen Tonnen neuer Plastikverpackungen zu überschwemmen.

 

Damit würde ein Jahrzehnt der erfolgreichen Maßnahmen zur Reduzierung des Kunststoffverbrauchs zunichte gemacht werden, so DS Smith, FTSE 100-Marktführer für nachhaltige Verpackungen, Papierprodukte und Recycling. Der Vorschlag der Kommission für eine EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation – „PPWR“) wird derzeit im Europäischen Parlament und in den Mitgliedstaaten diskutiert. Eine der vorgeschlagenen Änderungen ist die Einführung verbindlicher Wiederverwendungsziele für alle Materialien. Eine von der FEFCO in Auftrag gegebene unabhängige Expertenstudie hat ergeben, dass ein für alle Materialien geltendes verbindliches Mehrwegziel die Menge der in Umlauf befindlichen Kunststoffverpackungen drastisch erhöhen und dadurch in einigen Marktsegmenten zu einem Kunststoffmonopol führen würde.
Für Transport- und E-Commerce-Verpackungen aus Wellpappe werden beispielsweise 8,1 Milliarden neue Kunststoffkisten mit einem Gewicht von 12 Millionen Tonnen benötigt, um das Ziel von 90 Prozent Wiederverwendung bis 2040 zu erreichen: Zusätzlich würden 16 Milliarden Liter Wasser benötigt werden, um nur die Hälfte davon für eine Wiederverwendung zu reinigen. Dieser enorme Verbrauch von Kunststoffen in der EU-Wirtschaft steht im Widerspruch zu den Fortschritten, die in den letzten Jahren bei der Verringerung der Verwendung von Kunststoffverpackungen in der EU und auf internationaler Ebene erreicht wurden. Für den Fall, dass die umstrittenen Änderungen der PPWR verabschiedet werden, würde dies folgendes bedeuten:
• Es besteht die Gefahr, dass weitere Milliarden von Kunststoffen zu den 91 Prozent hinzukommen, die bereits nicht recycelt werden.
• Es käme zu einer Benachteiligung der am häufigsten recycelten Verpackungsmaterialien und zu einer erheblichen Gefährdung des effizientesten Recyclingsystems der EU.
• Es würde den Erfolg der jüngsten politischen Initiativen zur Eindämmung des Kunststoffverbrauchs in der EU, einschließlich der Richtlinie über Einwegkunststoffe, gefährden.
• Es würde den Zielen der laufenden Verhandlungen über ein zukunftsweisendes internationales Abkommen zur Eindämmung der Plastikverschmutzung widersprechen.
Alex Manisty, Group Head of Strategy & Innovation, DS Smith, meint dazu: „Wir unterstützen die Ziele des Green Deal und der neuen Gesetzgebung. Eine Verordnung, die Recyclingziele für Papier und Wellpappe vorschreibt, würde jedoch die europäische Wellpappenindustrie gefährden, eine Kunststoffwirtschaft im Binnenmarkt schaffen und die Fortschritte der Europäischen Union bei der Bekämpfung des Klimawandels bremsen. Sowohl Recycling als auch Wiederverwendung spielen eine wichtige Rolle im Verpackungskreislauf und sollten sich gegenseitig ergänzen.
Wiederverwendungssysteme sollten dort eingesetzt werden, wo sie für die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft von Vorteil sind. Verbindliche Zielvorgaben für die Wiederverwendung würden jedoch ausschließlich der Kunststoffindustrie nützen. In der ursprünglichen beziehungsweise der aktuell gültigen Fassung der Verordnung hat die Kommission Wellpappe bewusst von den meisten verbindlichen Wiederverwendungszielen ausgenommen. Wir fordern daher das Europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten auf, dies auch in der erneuerten Fassung der Verordnung zu berücksichtigen.“
Laut FEFCO-Lebenszyklusanalyse müssen Mehrweg-Kunststoffverpackungen mindestens 63-mal wiederverwendet werden, um ökologisch nachhaltig zu sein. Im Gegensatz dazu ist Wellpappe mit einer Recyclingrate von über 80 Prozent das am häufigsten recycelte Verpackungsmaterial. In den vergangenen zehn Jahren hat DS Smith ein Kreislaufmodell entwickelt, bei dem ausschließlich 100 Prozent recycelbare Wellpappenverpackungen verwendet werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit einigen der weltweit größten Marken zusammengearbeitet, um Kunststoffe in deren Lieferketten durch wiederverwertbare Materialien zu ersetzen. Es wurden mehr als 1.000 Designs für die Wiederverwendung entwickelt sowie Pilotprojekte und Partnerschaften für die Wiederverwendung von Karton gestartet.

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Kommentar

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