ARA Sammelbilanz 2022: Kräftiges Minus bei Altpapier

Veröffentlicht am: 28.12.2022

Die Bilanz der Verpackungssammlung 2022 zeigt, dass die Österreicher trotz einem leichten Rückgang um 3,5 Prozent fleißige Mülltrenner sind: Pro Kopf wurden 116 Kilogramm Verpackungen und Altpapier gesammelt, die anschließend sortiert und verwertet werden.

Insgesamt haben die Haushalte 1.042.700 Tonnen Verpackungen und Altpapier getrennt gesammelt. Die gesunkene Sammelmenge ist vor allem auf die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Teuerungskrise zurückzuführen: Die Menschen konsumieren insgesamt weniger. „Trotz leichtem Rückgang sind die Österreicher weiterhin sehr gut in der Verpackungssammlung. Für die Kreislaufwirtschaft ist es wichtig, dass die Konsumenten Verpackungen als Wertstoffe erkennen und getrennt sammeln,“, erklärt ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler meint dazu: „Es ist sehr erfreulich, dass so viele Menschen in Österreich ihren Müll konsequent trennen. Denn umso mehr wir sammeln, umso mehr kann auch recycelt werden. Das spart wertvolle Ressourcen und ist damit auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“
Glas liegt mit einer Sammelmenge von 260.000 Tonnen mit 2,5 Prozent über dem Jahr 2021. Metall ist mit 31.900 Tonnen (plus 0,3 Prozent) quasi auf Vorjahresniveau. Die Wiederaufnahme des Tourismus und auch Feiern etwa zu Jahreswechsel haben einen Anstieg bei Glas gebracht. Anders verhält es sich bei Metall: Hier ist in den Tourismusgebieten ein Anstieg im Vergleich zum Lockdown von 2021 zu verzeichnen, während die Sammelmenge in den nicht von Tourismus geprägten Gebieten leicht rückläufig ist.
„Bei Altpapier ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen“, meint man bei der ARA. Österreichs Haushalte sammelten 574.800 Tonnen Papierverpackungen, Zeitungen und Zeitschriften. Das bedeutet ein Minus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was wohl nicht als „leicht“ zu bezeichnen ist. „Der Einsatz von Druckerzeugnissen wie etwa Werbeprospekten und Zeitungen ist massiv zurückgegangen. Der Trend zur Digitalisierung und zum Konsum digitaler Medien setzt sich fort“, versucht Hauke diesen Rückgang verständlich zu machen.
Bei Leichtverpackungen (vorwiegend Kunststoffverpackungen) liegt die Sammelmenge bei 176.000 Tonnen (minus 2,4 Prozent). Auch hier ist in tourismusreichen Regionen ein Anstieg zu beobachten und in Gebieten ohne Fremdenverkehr ein Rückgang der Sammelmenge. Daraus lassen sich leichte Einsparungstendenzen bei Kunststoffverpackungen ableiten. Mit erstem Jänner 2023 sammeln die Österreicher ihre Leichtverpackungen einheitlich. Bei der ARA rechnet man dadurch mit einem Sammelplus von 20 Prozent bei Kunststoffverpackungen.
Die Recyclingvorgaben der EU erfordern bis 2025 eine Recyclingrate von 50 Prozent bei Kunststoffverpackungen. Mit der vereinheitlichten Sammlung wird die Erreichung der Quote beschleunigt, ist sich Hauke sicher: „Wir müssen das Recycling von Kunststoffverpackungen in Österreich verdoppeln, aktuell stehen wir bei 25 Prozent. Das können wir nur schaffen, wenn wir noch mehr sammeln. Jede Kunststoffverpackung muss ihren Weg in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack finden.“ Die gesammelten Verpackungen werden in modernsten Sortieranlagen nach den unterschiedlichen Kunststoffen getrennt und schließlich als Rezyklat für die Herstellung neuer Produkte aufbereitet. Jede Kunststoffverpackung ist immer auch ein Wertstoff und hilft Österreich einen Schritt näher an das EU-Ziel zu kommen. „Die EU-Recyclingquoten ab 2025 erreichen wir für die meisten Packstoffe schon längst. Bei den Kunststoffverpackungen werden wir das Ziel durch den Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Konsument ebenfalls rechtzeitig schaffen“, ist Hauke überzeugt.

Kommentar

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