Perlen Papier bringt neuartige Papierflasche nach Österreich

Veröffentlicht am: 15.09.2026

Die Schweizer Papierherstellerin Perlen Papier hat eine neue Generation faserbasierter Flaschen des britischen Verpackungstechnologieunternehmens Pulpex auf den österreichischen Markt gebracht.

 

Die neuartige Verpackungslösung aus gegossenen Papierfasern verbindet die Funktionalität einer Flasche mit den Vorteilen eines recyclingfähigen Fasermaterials. Leicht, stabil und wasserfest bietet sie Markenherstellern und Abfüllern eine Alternative zu etablierten Verpackungen aus Glas oder Kunststoff. Die Faserflaschen eignen sich für ein breites Produktspektrum: von Wasser und anderen stillen Getränken über Lebensmittel wie milchbasierte Produkte und Öle bis hin zu Wein und Spirituosen sowie Kosmetik- und Körperpflegeprodukten. Eine lebensmittelechte und geruchsneutrale Barriere schützt den Inhalt vor Feuchtigkeit und Sauerstoff und ermöglicht – abhängig von Produkt und Verschluss – Haltbarkeiten von mehr als 24 Monaten. Gleichzeitig ist die Flasche wasserfest und damit sowohl für die Lagerung im Kühlschrank als auch für Anwendungen beispielsweise im Badezimmer geeignet. Der einteilige Flaschenkörper wird im Nassformverfahren aus Zellulosefasern geformt und getrocknet. Anschließend wird die Innenseite mit einer dünnen, lebensmittelechten und plastikfreien Barriereschicht versehen. Klebstoffe werden bei der Herstellung nicht benötigt. Die eingesetzten Fasern stammen aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus aufbereitetem Altpapier.

Patentierte Technologie mit Recyclingfähigkeit
Grundlage der Papierflasche ist eine patentierte und mehrfach ausgezeichnete Faserguss-Technologie von Pulpex. Die Perlen Industrieholding AG hält zusammen mit ihrem Tochterunternehmen Perlen Papier die exklusiven Produktionsrechte für die Schweiz, Österreich, Italien und Süddeutschland. Ein wesentlicher Vorteil der Pulpex-Technologie liegt in der Recyclingfähigkeit: Nach der 4evergreen-Testmethode von CEPI (Confederation of European Paper Industries) kann die Faserflasche über bestehende Papierrecyclingströme verarbeitet werden. Damit bietet die Faserflasche eine Lösung für das wachsende Bedürfnis von Marken und Konsumenten nach nachhaltigen und recycelbaren Verpackungen. Auch beim CO₂-Fußabdruck und in der Logistik bietet das geringe Gewicht Vorteile. In einer Cradle-to-Gate-Betrachtung liegt der CO₂-Fußabdruck der Faserflasche rund 90 Prozent unter dem einer vergleichbaren Glasflasche und rund 30 Prozent unter dem einer PET-Flasche. Das gegenüber Glas deutlich geringere Gewicht kann darüber hinaus Transportaufwand und Logistikkosten reduzieren.

Von der Standardflasche bis zum individuellen Markendesign
Aktuell sind Standardgrößen von 300, 500 und 750 Millilitern verfügbar. Weitere Größen sind geplant und sollen das verfügbare Spektrum künftig auf 200 bis 1.000 Milliliter erweitern. Darüber hinaus eröffnet das Fasergussverfahren vielfältige Möglichkeiten für individuelle Flaschenformen und Markendesigns. Oberflächen und Markengestaltung können durch integrierten Digitaldruck oder Etikettierung individualisiert werden. Die Flaschen sind mit gängigen Abfüllverfahren kompatibel und können grundsätzlich in bestehende Abfüllinfrastrukturen integriert werden. Damit verbindet die neue Verpackungslösung von Pulpex die Anforderungen industrieller Anwendungen im großen Maßstab mit den gestalterischen Möglichkeiten einer Markenverpackung und den Vorteilen eines faserbasierten, recyclingfähigen Materials. In Österreich ist Perlen Papier schon seit vielen Jahren als Lieferant von Zeitungs- und Magazinpapier aktiv. Künftig soll das Portfolio hierzulande um faserbasierte Verpackungslösungen für österreichische Marken und Abfüller erweitert werden. Dr. Florian Geiger, CEO der Perlen Papier AG und der Perlen Industrieholding AG: „Für Markenhersteller und Abfüller in Österreich ist Nachhaltigkeit bei Verpackungen längst kein Zusatznutzen mehr – sie muss mit Produktschutz, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit zusammengehen. Genau darauf ist die Faserflasche ausgelegt: Sie ist leicht, recycelbar, leistungsfähig und lässt sich in bestehende Abfüllprozesse integrieren. Mit der geplanten Produktion in der Schweiz schaffen wir zudem kurze Wege und können Kunden insbesondere in Österreich künftig direkt aus der Region beliefern.“ Die Faserflaschen von Pulpex sind bereits heute verfügbar. Perlen Papier prüft darüber hinaus, die Flaschen ab Ende 2027 am Standort Perlen im Schweizer Kanton Luzern zu produzieren. Damit soll für Kunden in Österreich künftig eine geografisch nahe Produktionsquelle entstehen.

Schweizer Papier-Know-how für eine neue Verpackungsgeneration
Die Faserflasche ist nicht das einzige neue Verpackungsprodukt, in das Perlen Papier investiert. Das Unternehmen produziert seit mehr als 150 Jahren Papier in der Zentralschweiz und gehört zu den etablierten Herstellern grafischer Papiere für den europäischen Markt. Das vorhandene Know-how im Umgang mit Papierfasern, die bestehende Infrastruktur und industrielle Produktionskompetenz sollen nun zunehmend auch für neue dreidimensionale Verpackungslösungen genutzt werden. Neben der Faserflasche investiert die Perlen Industrieholding bereits in weitere Technologien für dreidimensionale Faserverpackungen. Mehrere Anlagen für Verpackungslösungen im Nassfasergussverfahren wurden beziehungsweise werden am Standort in Betrieb genommen. Damit baut das Unternehmen schrittweise ein neues Geschäftsfeld für faserbasierte Verpackungen auf.

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