Werner & Mertz stellt Weltrekord auf

Veröffentlicht am: 12.07.2025

Ein Mainzer Mittelständler, der seit 1953 in Hallein/Salzburg mit einem Produktionsstandort vertreten ist, zeigt dem Rest der Welt, wie es geht: Das Reinigungsmittelunternehmen Werner & Mertz – bekannt vor allem für seine Marke Frosch – hat am 23. Juni einen Weltrekord aufgestellt. 

 

Eine Milliarde rPET-Flaschen aus 100 Prozent Post-Consumer-Recyclat hat der Öko-Pionier seit dem Beginn seiner Recyclat-Initiative in den Handel gebracht. Zusammen mit gleichgesinnten Kooperationspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette hat Werner & Mertz 2012 die Recyclat-Initiative ins Leben gerufen und treibt seitdem das mechanische Recycling von Altplastik für die hochwertige Kreislaufführung von Verpackungen voran. Das Unternehmen gilt branchenübergreifend als Pionier für kreislauffähige Produkte und setzt insbesondere bei der Verwendung von Material aus dem Gelben Sack für seine Verpackungen immer wieder neue Maßstäbe der ökologischen Machbarkeit. Bei der Feier anlässlich des Weltrekords in Berlin verkündete Werner & Mertz Inhaber Reinhard Schneider dann auch schon den nächsten Meilenstein: Ab sofort startet die Umstellung aller rPET-Flaschen der Marke Frosch auf 100 Prozent Recyclat aus dem Gelben Sack. Das Unternehmen zeigt mit den Errungenschaften seiner Initiative, dass es möglich ist, wirksame, dabei nachweislich ressourcenschonende Produkte anzubieten, die keinen Verzicht bei Konsumenten einfordern: Weder in der Qualität und Leistung, noch in der Sensorik. „Wir machen keine asketischen Produkte für die Nische, sondern sind Spezialisten der Mehrheitsfähigkeit. Der Schlüssel dazu ist eine lebensfrohe Attraktivität. Dazu setzen wir auf eine optimale Kombination aus konsequenter, hochwirksamer Ressourceneffizienz pro Produkt und der damit erzielbaren Reichweite in Bezug auf Marktanteile“, so Werner & Mertz-Inhaber Reinhard Schneider.

Zusammen mit Kooperationspartnern viel Mut bewiesen
Durch die Gründung der Recyclat-Initiative hat Werner & Mertz das Henne-Ei-Problem überwunden: Kaum ein Unternehmen nutzte damals Recyclat, da es wesentlich teurer war als Plastik aus frischem Rohöl, sogenanntes Virgin Plastic. Skaleneffekte würden das Recycling günstiger machen, aber dazu musste erst einmal jemand den ersten Schritt gehen und in Recyclat investieren. Werner & Mertz bewies diesen Mut und suchte sich Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu gehören aktuell beispielsweise die NGO NABU, der Kunststoffspezialist Alpla, der Verpackungskonzern Mondi und jüngst das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen PreZero. „Das Recycling von Kunststoffen reduziert unseren zu großen Rohstoffverbrauch und schont dadurch Klima und Umwelt. Mit der Entscheidung, voll auf den Einsatz von Recyclat aus dem Gelben Sack zu setzen, ist Werner & Mertz innovativ und mutig mit Pioniergeist vorangeschritten. Der NABU hat dieses Engagement von Anfang an unterstützt. Wir brauchen wirksame Beispiele, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert“, so NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Erfolge wie diese stillen die Sehnsucht nach positiven Nachrichten. Sie zeigen, dass mit konsequenter Arbeit vieles erreicht werden kann und sind ein Gegengift gegen die weit verbreitete Ohnmacht angesichts aktueller Krisen“, sagt Psychologin Katharina van Bronswijk, die bei der Feier über das positive Erleben von Selbstwirksamkeit sprach.

Pionierleistungen bei Beuteln und Verschlüssen
Nachdem die Recyclat-Initiative bei den Kunststoffarten PET und HDPE bereits die Umstellung auf 100 Prozent Altplastik aus dem Gelben Sack erreicht hat, wird im nächsten Schritt die technologische Entwicklung der Verpackungen aus PP und LDPE weiter vorangetrieben. So hat Werner & Mertz bereits 2018 den ersten hochwertig recyclingfähigen Standbodenbeutel aus Monomaterial in den Handel gebracht. Der Beutel reduziert den Plastikeinsatz um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu einer Flasche der gleichen Inhaltsmenge. Einziges Manko: Bislang war es aufgrund unzureichender Mengen an Folienverpackungen, die den Design for Recycling Richtlinien entsprechen, nicht möglich, den Beutel aus Recyclat herzustellen. Doch auch dieses Problem beginnt die Initiative nun in einem weiteren Leuchtturmprojekt zu überwinden: Ab sofort besteht ein Anteil von 27 Prozent der gesamten Verpackung aus Post Consumer Recyclat aus der Quelle Gelber Sack.
Die meisten Verschlüsse der Produkte von Werner & Mertz bestehen wie für diese Warengruppen üblich aus Polypropylen (PP). Bereits seit 2022 verzichtet das Unternehmen bei der Marke Frosch auf die grünen Farbpigmente und hat im Sinne der optimierten Recyclingfähigkeit stattdessen auf transparent-farblose Verschlüsse umgestellt. Im selben Jahr entwickelte Werner & Mertz zusammen mit einem Kooperationspartner einen Trigger- Sprühkopf, der aus einem Monomaterial (PP) besteht, wodurch er erstmals vollständig recyclingfähig wurde. Außerdem stammen als Weltneuheit auch die innenliegenden Bauteile des Pumpmechanismus aus Post-Consumer-Recyclat (29 Prozent). Im Business to Business Bereich brachte Werner & Mertz 2024 ein neues Verpackungssystem für die professionelle Reinigung auf den Markt, bestehend aus einer nachfüllbaren Recyclat-Flasche mit integriertem PP Dosiermechanismus aus 100 Prozent Recyclat. Im nächsten Schritt werden schon ab diesem Jahr sukzessive viele Verschlüsse der Marke Frosch auf graues Recyclat umgestellt, um auch dieses Material wieder hochwertig im Kreislauf zu führen. „Wir stellen uns bei der Entwicklung unserer Produkte immer die Frage: Wie weit können wir gehen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft – ohne dass unsereKonsumenten auf etwas verzichten müssen? In Bezug auf die Verschlüsse sind unsere Kunden inzwischen soweit, auch ein Grau zu akzeptieren und trotzdem den Spaß an den Produkten zu behalten – aber der Zwischenschritt der farblosen Verschlüsse war dafür wichtig“, erläutert Schneider.

 

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Kommentar

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