Ein Jahr Einweg-Pfandsystem

Veröffentlicht am: 16.02.2026

Mit ersten Jänner 2025 startete mit der Einführung des Einwegpfands eines der größten Kreislaufwirtschaftsprojekte Österreichs. Die positive Bilanz nach einem Jahr: Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurden die Vorgaben dank der aktiven Teilnahme der Konsumenten erfolgreich erreicht. Flasche zu Flasche beziehungsweise Dose zu Dose ist somit Realität. Nächstes Ziel: 90 Prozent bis 2027. 

 

Das Jahr 2025 war noch von einer Übergangsphase geprägt: Bis Ende März konnten Getränkeverpackungen ohne österreichisches Pfandlogo produziert werden. Bereits zuvor abgefüllte Produkte ohne Pfandkennzeichnung durften darüber hinaus noch bis zum Jahresende 2025 in den Verkauf gebracht werden. „Getränkeverpackungen aus PET und Metall sind wertvolle Rohstoffe, die getrennt gesammelt, ausgezeichnet recycelt werden können. Das Einweg-Pfandsystem ist hier ein entscheidender Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in Österreich“, so Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. „Das System ist ein zentraler Hebel, um die EU-Sammelziele zu erreichen und den vorgeschriebenen Recyclinganteil von 25 Prozent bei PET-Flaschen sicherzustellen. Hierfür wurde nun die notwendige Struktur geschaffen.“
Insgesamt wurden 2025 rund zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen in Verkehr gesetzt. Davon wurden 1,4 Milliarden Einwegpfand-Gebinde bis 31. Dezember 2025 erfolgreich retourniert und in den Kreislauf zurückgeführt. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewichte der leeren Pfandgebinde und der Verweildauer – zwischen Erstinverkehrsetzung und Rückgabe vergehen im Durchschnitt 51 Tage – wurde somit eine Sammelquote von 81,5 Prozent erreicht. Damit ist die Zielvorgabe für 2025 erfolgreich erfüllt. „Dank der unglaublichen Akzeptanz und Annahme durch die österreichische Bevölkerung wurden 2025 rund 1,4 Milliarden Flaschen und Dosen über das Einweg-Pfandsystem zurückgegeben – das bedeutet mehr als acht von zehn Pfandgebinden finden den Weg zurück in den Kreislauf“, erklärt Geschäftsführerin Recycling Pfand Österreich. Monika Fiala.

Bevölkerung steht hinter Pfandsystem
Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von Recycling Pfand Österreich zeigt, dass das Einweg-Pfandsystem funktioniert: Rund drei Viertel der Konsumenten befürworten das System und 85 Prozent fühlen sich gut informiert. Neun von zehn Bürgern wissen, dass pfandpflichtige Einwegverpackungen am österreichischen Pfandsymbol zu erkennen sind. Für knapp 75 Prozent der Befragten ist eine saubere Umwelt der wichtigste Vorteil des Einweg-Pfandsystems, dicht gefolgt von Kreislaufwirtschaft und der Tatsache, dass aus den alten Getränkeverpackungen wieder neue werden.

Beliebteste Rückgabemöglichkeit: Automat im Supermarkt
Dank des flächendeckenden Pfandsystems mit rund 16.300 Rückgabestellen wird den Konsumenten eine einfache und bequeme Rückgabe ermöglicht. Österreich zählt mit einer der höchsten Supermarktdichten in Europa auch zu den Ländern mit der größten Dichte an Rückgabeautomaten. Den Konsumenten stehen mehr als 6.400 Automaten zur Verfügung, die eine schnelle und unkomplizierte Rückgabe ermöglichen. Das zeigt Wirkung: 98 Prozent der Einweg-Getränkeverpackungen werden über Automaten im Handel zurückgegeben. Nur zwei Prozent der Rückgabe erfolgt über manuelle Rücknahmestellen wie zum Beispiel Bäckereien oder Kantinen. Pro Rückgabe bei einem Rückgabeautomaten im Supermarkt werden im Schnitt 13 Gebinde retourniert.

Der Materialkreislauf ist geschlossen
Das Einwegpfand war eine notwendige Weiterentwicklung der bisherigen Sammelpraxis: Österreich hat gemäß der EU-Einwegkunststoffrichtlinie eine Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 zu erreichen. Eine derart hohe Sammelquote wird nur in Ländern mit Pfandsystemen erreicht. Das Einweg-Pfandsystem führt zudem auch zu besserem Recycling. Bisher fand nur etwa jede zweite Flasche tatsächlich den Weg zurück in den Kreislauf. Mit dem Einwegpfand ändert sich das grundlegend. „Getränkeflaschen und -dosen werden nun separat gesammelt, sortenrein erfasst und in einem eigenen, geschlossenen Materialkreislauf geführt. Dadurch bleibt das Material rein und kann nahezu vollständig recycelt werden“, erklärt Fiala. Damit sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen erheblich und ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung wird geleistet. Zusätzlich haben Getränkeproduzenten erstmalig durch das Pfandsystem ein Vorkaufsrecht auf die zurückgegebenen Materialien und können diese in sortenreiner Form nach Farbe und Material zurückkaufen. Das hat besonders im Hinblick auf die EU-Vorgabe positive Auswirkungen. Denn diese besagt, dass seit 2025 alle Produzenten innerhalb der EU 25 Prozent recycelten Kunststoff in den Kunststoffflaschen für Getränke verarbeiten müssen. Die Rohstoffe werden im Kreislauf geführt, müssen nicht von internationalen Märkten zugekauft werden und schonen somit die Ressourcen. Das neue Einweg-Pfandsystem ermöglicht jedem Akteur am Getränkemarkt Zugang zu hochwertigem, recyceltem Material. So entstehen aus alten Flaschen und Dosen wieder neue Getränkeverpackungen.

Kommentar

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