PACKAGING Austria: Ausgabe 03 2026

Veröffentlicht am: 01.07.2026

Die dritte Ausgabe von PACKAGING Austria im Jahr 2026. Wir lassen interpack und Metpack Revue passieren, haben einen Green Packaging Schwerpunkt und bringen Neuheiten aus der Welt des Verpackungsdruck. Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich wie ein „grüner Faden” durch das gesamte Heft.

 

In der ersten Ausgabe dieses Jahres haben wir über den „Paper & Packaging Report 2026“ der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company berichtet. So orteten die Autoren strukturelle Überkapazitäten, volatile Inputkosten und eine schwache Nachfrage in vielen Endmärkten, die weltweit die Profitabilität der Papier- und Verpackungsindustrie belasten. Der Report analysiert die Lage der Branche und identifiziert zentrale Hebel für eine verbesserte Effizienz und Leistungsfähigkeit. Die Papier- und Verpackungsindustrie operiert in einem strukturell überversorgten Umfeld. Wer sich weiterhin allein auf überholte Nachfrageprognosen stützt, werde auch künftig unter Druck stehen. So bewerten erfolgreiche Unternehmen ihre Kostenposition, ihr Portfolio und ihre Kapazitätsentscheidungen deutlich rigoroser. Damit sichern sie ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem Markt, der sich in absehbarer Zeit nicht neu ausbalancieren wird.

EcoAustria-Studie zeigt deutliche Standortnachteile
Diese Veränderungen spüren auch die Unternehmen der österreichischen PROPAK Industrie, deren Produktionswert im Jahr 2025 um drei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro sank. Mengenmäßig blieb der Rückgang mit einem Minus von 1,2 Prozent vergleichsweise moderat. „Die scheinbar stabile Lage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Unternehmen wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten“, sagt Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbandes PROPAK in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der Präsentation der Ergebnisse im APA Pressezentrum. „Sinkende Umsätze, hohe Arbeitskosten und ein härter werdender internationaler Wettbewerb schmälern die Spielräume für Investitionen am Standort Österreich. Damit die Betriebe Beschäftigung sichern und weiter exportstark bleiben, braucht es deutlich wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen.“
Wie deutlich die Standortnachteile mittlerweile geworden sind, zeigt eine neue Studie von EcoAustria im Auftrag von PROPAK. Untersucht wurden die zentralen Herausforderungen und die internationale Wettbewerbssituation der Branche. Ein Ergebnis betrifft die Lohnstückkosten: Zwischen 2017 und 2025 stiegen sie in Österreich um rund 37 Prozent. Im Euroraum lag der Anstieg bei rund 27 Prozent, in der Schweiz waren es sechs Prozent – ein Unterschied in der Entwicklung von nahezu 31 Prozentpunkten. Auch bei der Produktivität fällt Österreich zurück: Die reale Arbeitsproduktivität stieg seit 2017 hierzulande nur um rund vier Prozent. Polen kam im selben Zeitraum auf ein Plus von 25 Prozent, die Slowakei auf 20 Prozent und Ungarn auf 17 Prozent. In der PROPAK Industrie sinkt sie seit 2021 kontinuierlich. „Die Studie zeigt, dass die österreichischen Unternehmen nicht nur mit schwächerer Nachfrage, sondern auch mit einer deutlich ungünstigeren Kosten- und Produktivitätsentwicklung konfrontiert sind“, sagt Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. „Gerade für eine stark exportorientierte Industrie ist das ein gravierender Standortnachteil.“ Eine klare Ansage seitens der Studienmacher. Angesichts des kürzlich vorgestellten Doppelbudgets wird den Betrieben – zumindest teilweise und die es sich leisten können – nichts anderes übrigbleiben, als Alternativen zu suchen. Wie etwa den Abgang in das Ausland… das sind aber ebenso Prozesse, die nicht von heute auf morgen funktionieren. Die „Insel der Seligen“ hat in den letzten Jahren einiges verschlafen, falsch gemacht und mit einer seinerzeitigen „Koste es was es wolle“ Politik wurde der Deckel in Wirklichkeit zugemacht.

Herzlichst Ihr

Michael Seidl
m.seidl@europeanmediagroup.at

Kommentar

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