Wein für junge Zielgruppen: Die Getränkedose als Chance

Veröffentlicht am: 28.10.2021

Die Getränkedose erlebt in den letzten Jahren einen Aufschwung – nicht zuletzt wegen ihrer guten Kreislauffähigkeit. Biere, Soft- und Energydrinks sind die mit Abstand wichtigsten Getränkekategorien in Dosen.

Doch speziell die jüngeren Generationen zeigen sich offen für Neues. Laut einer aktuellen Verbraucherumfrage im Auftrag des Getränkedosenherstellers Ball Corporation hat rund die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen in Deutschland schon einmal Wein in der Dose probiert oder plant, es im Laufe der nächsten zwölf Monate zu tun. Unter den Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren besteht das größte Interesse an Rosé in Dosen (32 Prozent), die 25- bis 34-Jährigen finden die Kombination aus Getränkedose und Schaumweinen am attraktivsten (35 Prozent). Interessanterweise unterscheiden sich die Präferenzen von Frauen und Männern dabei kaum. Für ältere Bevölkerungsgruppen ist Wein in der Dose weniger interessant. Die repräsentative Umfrage unter 1000 Erwachsenen wurde im Juni 2021 vom Marktforschungsunternehmen Norstat durchgeführt.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass junge Verbraucher Interesse an neuen Ansätzen in der Vermarktung von Weinen zeigen. Aktuell erreichen viele Weine die Gen Y und Z nicht, denn traditioneller Weingenuss nimmt erst mit dem Alter zu: 2017 zeigte eine Untersuchung zum Konsumverhalten deutscher Weintrinker, dass mehr als die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen überhaupt keinen Wein trinkt. 30 Prozent gönnen sich seltener als einmal pro Monat ein Glas Wein und nur 17 Prozent gaben an, mindestens einmal pro Monat Wein zu trinken. Zum Vergleich: Unter den 50- bis 65-Jährigen liegt dieser Anteil bei 43 Prozent.
Dass neue Konzepte – wie Weine in kreativ designten Getränkedosen – für frischen Wind auf dem Markt sorgen und das Segment für jüngere Gruppen öffnen können, glaubt auch Stuart Pigott, einer der bekanntesten Weinkritiker in Deutschland: „Diese Altersklasse ist mehr an Komfort und Coolness interessiert als an Dünkel – und öffnet damit die Tür zu alternativen Marketing- und Verpackungsmethoden“, schrieb der Experte in einem Marktkommentar anlässlich der ProWein 2019.V Darauf zahlt auch die Erkenntnis ein, dass Wein für die Gruppe der unter 30-Jährigen eher ein soziales Getränk ist, das beim Besuch von Freunden und Verwandten (23 Prozent) oder im Rahmen einer Veranstaltung (15 Prozent) getrunken wird. Ältere Verbraucher trinken nicht nur insgesamt mehr Wein, sie trinken auch deutlich häufiger zu Hause – im Schnitt etwa jedes zweite Glas. Hingegen trinkt nur ein Drittel der 16- bis 29-Jährigen Wein zu Hause.

« voriger   |   nächster » « zurück

Kommentar

Systemrelevanz…

Wie oft haben wir in den letzten Wochen den Begriff der „Systemrelevanz“ gehört. Per Definition bezeichnet man als „Systemrelevanz“ oder „too big to fail“ Institutionen wie Staaten und deren Glieder, auch Banken, Konzerne, Massenmedien und ähnliche Organisationen, die so systemstabilisierend sind, dass ihr Ausfall die herrschende Hegemonie ...