Adres strony:  https://www.packaging-austria.at/pg/de/news/unternehmen_brauchen_schnellere_entscheidungen.html

Unternehmen brauchen schnellere Entscheidungen

Veröffentlicht am: 11.10.2026

Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig, wenn Märkte volatiler, Lieferketten komplexer und technologische Veränderungen schneller werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Logistik-Forums Bodensee des VNL (Verein Netzwerk Logistik) im Festspielhaus Bregenz.

 

Unter dem Motto „Aktiv. Klar. Resilient.“ diskutierten Führungskräfte und Fachleute aus Industrie, Procurement (Einkauf), Logistik, Technologie und öffentlicher Verwaltung, welche Strategien Unternehmen in einem zunehmend unsicheren Umfeld benötigen. Internationale Konflikte, steigende Kosten und kurzfristige Marktveränderungen treffen auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel. Gleichzeitig eröffnen Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Datenlösungen Möglichkeiten, Prozesse schneller und präziser zu steuern. Das Logistik-Forum Bodensee brachte diese Entwicklungen zusammen und zeigte anhand konkreter Unternehmensbeispiele, wie die Supply Chains (Lieferketten) widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger gestaltet werden können. „Unternehmen können nicht jede Krise vorhersehen. Sie können aber Strukturen schaffen, die schnelle und fundierte Entscheidungen ermöglichen. Resiliente Lieferketten entstehen durch klare Verantwortung, verlässliche Daten und die Bereitschaft, Veränderungen aktiv zu gestalten.“ betonte Elke Böhler, VNL-Vorstandsmitglied. Neben den Fachvorträgen rückte das Forum bewusst auch die Einschätzungen der Teilnehmer in den Mittelpunkt. In einem interaktiven Echtzeit-Barometer wurden aktuelle Herausforderungen und Erwartungen an die Logistik sichtbar gemacht. Philipp Wessiak, VNL-Vorstandsmitglied „Was die Logistiker derzeit wirklich bewegt, floss direkt in unser Zukunftsbild Logistik ein. Besonders spannend waren die Ergebnisse des interaktiven Echtzeit-Barometers, das gemeinsam mit dem Publikum während des Forums entstanden ist.“

Von Zoll und KI bis zur Integration zweier Lieferketten
Zum Auftakt des VNL Forums beschäftigte sich Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group, mit der Frage, wie Unternehmen in einer zunehmend instabilen Welt handlungsfähig bleiben können: „Wir befinden uns in einer Zeit, in der geopolitische, technologische und wirtschaftliche Veränderungen gleichzeitig stattfinden. In diesem Umfeld wird Resilienz zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Unternehmen können auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben, indem sie ihre Organisation so aufstellen, dass sie auf unterschiedliche Entwicklungen vorbereitet ist. Das gelingt, indem entlang der gesamten Wertschöpfungskette Prioritäten gesetzt, vorausschauende Entscheidungen getroffen und starke Partnerschaften aufgebaut werden. Der Austausch beim VNL Logistik Forum zeigt, wie wichtig es ist, diese Themen anzugehen.“
Bettina Boeckle, Head of Logistics im BMW Group Werk Steyr, stellte die Bedeutung von Daten, Geschwindigkeit und Mitarbeitenden für leistungsfähige Supply Chains in den Mittelpunkt, „Die Themen des Forums hätten aktueller kaum sein können: Von datengetriebenen Lieferketten über Robotik bis hin zu KI standen genau die Themen im Mittelpunkt, die die Logistik in den kommenden Jahren prägen werden. Ich habe viele neue Impulse mitgenommen und spannende Gespräche geführt. Gerade in Zeiten großer Veränderungen sind starke Netzwerke und der Austausch von Best Practices ein entscheidender Erfolgsfaktor.“
Wie sich die Rolle des Einkaufs verändert, diskutierten Carmen Lilly Hinterhölzl von Trodat und Julia Grahammer-Fellner von OMV Downstream. „Das Logistikforum Bodensee ist eine weitere fachlich hochwertige Veranstaltung des VNL. Neben den spannenden Vorträgen und zahlreichen interessanten Diskussionen war es für mich besonders wertvoll, mich mit Kollegen aus unterschiedlichsten Unternehmen über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze auszutauschen. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass in diesem Forum nicht nur klassische Logistikthemen im Fokus stehen, sondern auch dem Bereich Procurement eine eigene Plattform geboten wird. Gerade in Zeiten volatiler Märkte sowie steigender Anforderungen an Resilienz und Nachhaltigkeit zeigt sich immer deutlicher, wie eng Logistik und Einkauf miteinander verbunden sind und welchen wichtigen Beitrag der Einkauf zur erfolgreichen Gestaltung leistungsfähiger Lieferketten leisten kann und muss.“ betonte Carmen Lilly Hinterhölzl, Trodat

KI und Robotik: Entscheidend ist der wirtschaftliche Nutzen
Am Nachmittag rückte der praktische Einsatz neuer Technologien in den Mittelpunkt. Experten von Servus Intralogistics gingen der Frage nach, wie nahe humanoide Roboter tatsächlich an einem breiteren industriellen Einsatz sind. Martin Bergner von Cloudflight-paiqo zeigte anschließend, wie sogenannte Agentic-AI-Systeme Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten und betriebliche Entscheidungen vorbereiten können. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Technologie um ihrer selbst willen, sondern ihr messbarer Beitrag zu schnelleren, stabileren und effizienteren Prozessen. Wie anspruchsvoll Veränderungen bestehender Lieferketten in der Praxis sein können, zeigte die Integration von NÖM und Vorarlberg Milch. Lukas Assmair und Hannes Mair berichteten über die Herausforderungen und Chancen bei der Zusammenführung zweier gewachsener Supply Chains. Ein weiteres Praxisbeispiel lieferten die Mohrenbrauerei und S2data. Vorgestellt wurde eine KI-gestützte Lösung, die Routenplanung, Laderaumoptimierung und Palettierung in einem Planungsschritt zusammenführt. Ziel sind kürzere Planungszeiten, eine bessere Fahrzeugauslastung und effizientere Transporte.

Was Unternehmen vom Spitzensport lernen können
Den Abschluss des VNL Logistik-Forums Bodensee gestaltete der zweifache Snowboardcross-Olympiasieger Alessandro Hämmerle. In seiner Keynote und einem anschließenden Kamingespräch sprach er über mentale Stärke, Zielorientierung und Entscheidungen unter hohem Druck. Dabei wurden deutliche Parallelen zwischen Spitzensport und Unternehmensführung sichtbar: Langfristige Planung bildet die Grundlage – entscheidend ist jedoch auch die Fähigkeit, auf unerwartete Situationen schnell zu reagieren, Rückschläge zu verarbeiten und im richtigen Moment konsequent zu handeln.