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BrauBeviale 2026: Getränkeindustrie trifft sich in Nürnberg

Veröffentlicht am: 06.11.2026

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette stehen europäische Getränkehersteller vor einer ganzen Reihe an konkreten Aufgaben und Investitionsentscheidungen. Auf der BrauBeviale in Nürnberg zeigen Aussteller vom 10. – 12. November 2026 die Lösungen dafür.

 

769 Aussteller aus 34 Ländern zeigen in acht Hallen, was die Getränkewirtschaft heute bewegt. Rund die Hälfte von ihnen kommt aus dem Ausland. Die Hallenstruktur bildet die Prozesskette ab und führt von Prozess- und Produktionstechnik über Abfüllung und Verpackung bis zur Logistik. Ihre Lösungen richten sich an Brauereien ebenso wie an Weingüter und Hersteller alkoholfreier Getränke. Im Mittelpunkt steht immer die praktische Umsetzung im Betrieb. „Viele Lösungen auf der BrauBeviale setzen nicht bei abstrakten Zukunftsvisionen an, sondern bei konkreten Aufgaben im Betrieb“, sagt Markus Kosak, Executive Director der YONTEX GmbH. „Es geht nicht um das eine Trendgetränk. Entscheidend ist, Produktionsanlagen so flexibel zu machen, dass Hersteller neue Produktvarianten wirtschaftlich umsetzen können.“

Auf bestehender Infrastruktur aufbauen
Neue Geschäftsfelder brauchen nicht zwangsläufig eine komplett neue Produktion. Das zeigt ein Konzept, das bestehende Brauereistandorte für weitere fermentative Lebensmittel nutzbar machen soll. Viele Brauereien verfügen bereits über geeignete technische Anlagen und über Personal mit Erfahrung in biologischen Prozessen. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich diese Infrastruktur auch für andere Produkte einsetzen. Eine modulare Bypass-Lösung erweitert dafür vorhandene Tanks um zusätzliche Prozessfunktionen. Eine externe Einheit übernimmt sterile Belüftung, Dosierung, pH- und Temperaturregelung, Inline-Messungen sowie die Erfassung und Automatisierung der Prozessdaten. So lassen sich geeignete Tanks flexibel anbinden, ohne jeden Behälter einzeln technisch aufrüsten zu müssen.

Alkoholfrei entlang der Prozesskette
Auch der Markt für alkoholfreie Getränke eröffnet Herstellern neue Möglichkeiten für ihr Sortiment. Eine auf der BrauBeviale gezeigte Anlage kombiniert beispielsweise Nanofiltration mit fraktionierter Vakuumdestillation, um den Alkoholgehalt in fermentierten Getränken zu reduzieren. Zunächst trennt die Nanofiltration Wasser und Ethanol von komplexeren Bestandteilen wie Zucker, Säuren, Polyphenolen und Aromen. Anschließend wird der ethanolreiche Anteil unter Vakuum destilliert. Wasser und flüchtige Aromen lassen sich zurückgewinnen und dem Produkt wieder zuführen. Das Verfahren eignet sich unter anderem für Bier, Wein sowie Cider und ermöglicht Alkoholgehalte von unter 0,5 Volumenprozent. Insbesondere alkoholfreie Biere stellen neue Anforderungen an Ausschank und Hygiene. Eine Schanklösung setzt deshalb auf eine Getränkeleitung, die mit jedem Fasswechsel ausgetauscht wird. Die klassische Leitungsreinigung entfällt. Gleichzeitig soll das System das Risiko einer bakteriellen Kontamination senken.

Drei Tage konkrete Lösungen
Neue Produkte auf bestehenden Anlagen herstellen, weniger Wasser verbrauchen, Reinigungsprozesse sicherer machen oder Verpackungen leichter gestalten: Die Aussteller in Nürnberg greifen Fragen auf, die in vielen Betrieben längst konkret sind. Genau hier versteht sich die BrauBeviale als Arbeitsmesse. Getränkehersteller treffen von 10. – 12. November 2026 in Messezentrum Nürnberg auf Anbieter, vergleichen Lösungen und besprechen, was sich im eigenen Betrieb umsetzen lässt.