ARA: Ohne Kreislaufwirtschaft kein Green Deal

Veröffentlicht am: 01.06.2021

Im Rahmen ihrer Bilanz-Pressekonferenz stellt die ARA ein Zukunftspaket zur Kreislaufwirtschaft mit umfangreichen Maßnahmen vor, die die gesamte Wertschöpfungskette betreffen.

Denn nur mit gemeinsamen Anstrengungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette werde es Österreich gelingen, die EU-Ziele für Sammlung und Recycling zu erreichen. Der heimische Marktführer der Sammel- und Verwertungssysteme versteht sich dabei nicht nur als Treiber für die Kreislaufwirtschaft in Österreich, sondern vor allem als Partner für Wirtschaft, Politik und Konsumenten. Mit rund 1,08 Millionen Tonnen an gesammelten Verpackungen und Altpapier schließt man 2020 trotz der Auswirkungen der COVID-19- Pandemie nahezu nahtlos an das Rekordergebnis 2019 an (minus 0,6 Prozent im Vergleich zu 2019).
Trotz der durch COVID-19 bedingten Ausnahmesituation war die Entsorgungs- und Versorgungssicherheit für Haushalte und Betriebe in Österreich stets gewährleistet, erläutert ARA Vorstand Christoph Scharff. Ungeachtet der international angespannten Marktlage ist es dem Unternehmen gelungen, die heimische Wirtschaft weiterhin mit hochwertigen Sekundärrohstoffen zu versorgen.
Österreich sieht die Kreislaufwirtschaft nach wie vor als Chance – sowohl Unternehmen als auch Konsumenten. Bei der Bevölkerung sind 83 Prozent der Befragten bereit, sich beim richtigen Trennen und Sammeln noch mehr anzustrengen. Der Anteil, der in Circular Economy investierenden Unternehmen, wiederum hat sich im „Circular Economy Barometer“ seit 2019 deutlich von 50 Prozent auf 69 Prozent erhöht, bei großen Unternehmen sind es sogar 77 Prozent. Im Vergleich dazu investieren allerdings nur 57 Prozent der kleinen Betriebe aktuell in die Kreislaufwirtschaft. „Hier haben wir großen Nachholbedarf“, räumt Vorstand Harald Hauke ein, „allerdings ist das Interesse groß: Bei unseren Grundlagen-Webinaren melden sich jeweils bis zu 1.000 Teilnehmern an.“ So wie der New Green Deal der EU an der gesamten Wertschöpfungskette ansetzt, berücksichtigt auch das Unternehmens-Zukunftspaket zur Kreislaufwirtschaft alle Bereiche – von Produktgestaltung und Produktion über Konsum zu Sammlung und Verwertung, verbunden mit ambitionierten Digitalisierungsmaßnahmen. „Dabei geht es nicht nur um die Erreichung von Sammel- oder Recyclingquoten. Es geht um neues, tragfähiges Zukunftsmodell für den Klimaschutz, in dem Ressourcenschonung und Rohstoffsicherheit selbstverständlich sind, in dem die Industrie Investitionssicherheit genießt und in dem es einen funktionierenden Markt für Rezyklate und deren Einsatz in allen möglichen Produkten gibt – von Baustoffen über die Elektroindustrie bis hin zur Autoproduktion. Dazu wollen wir jede Verpackung zurück fürs Recycling“, erklärt Hauke. Zentrales Ziel ist die Steigerung im Kunststoffrecycling – „hier müssen wir das Recycling bis 2025 verdoppeln“, so Scharff.
Bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen in der EU recyclingfähig sein – ein aufwändiger technischer Prozess, der sich allerdings durch günstigere Tarife für entsprechend optimierte Verpackungen bezahlt macht. „Circular Design ist der Gamechanger für die Industrie“, betont Hauke. Bereits jetzt nutzen mehr als 500 Kunden aus allen Branchen den ARA Recycling Compass zur Bewertung der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen. „Umweltfreundliche Verpackungsgestaltung ist ein Hightech-Prozess. Die Wirtschaft arbeitet mit Hochdruck daran, die Anfragen mehren sich von Tag zu Tag. Was bislang noch fehlt, sind rechtliche Kriterien: Was ist eine umweltfreundliche Verpackung aus Sicht des Gesetzgebers?“ Um die Recyclingziele zu schaffen, setzt das Unternehmen darüber hinaus auf eine vollständige Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette.

Kommentar

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