Marmelade- und Gurkengläser gehören nicht in den Restmüll

Veröffentlicht am: 13.11.2018

Österreich gilt als Land des Glasrecyclings. Mit beeindruckenden Sammelmengen von jährlich etwa 240.000 Tonnen Altglas zählen wir im internationalen Vergleich zu den Besten. Aber es gibt Defizite.

Seit Beginn der Glassammlung vor über 40 Jahren haben sich die Sammelmengen verachtfacht – dank intensiver Aufklärungsarbeit und einem dichten Sammelnetz im ganzen Land. Austria Glas Recycling, verantwortlich für das österreichische Glassammel- und -recyclingsystem, sieht trotz Topplatzierung im Ländervergleich Raum für Verbesserung. Vor allem eines landet noch zu oft im Restmüll: Weißglas aus privaten Haushalten wie Gurkengläser, Marmeladegläser, Pestogläser etc. Eine aktuelle Erhebung des Instituts market liefert interessante Erkenntnisse dazu.
Die ÖsterreicherInnen nehmen die Mülltrennung sehr genau. Zwei Drittel betrachten korrekte Mülltrennung als Selbstverständlichkeit, wobei das Thema für die Bevölkerung am Land, in Häusern und über 50 noch deutlich wichtiger ist als für Menschen in Großstädten, Wohnungen und unter 50. So genannte Müllsünden, etwa Materialien in falschen Behältern zu entsorgen und dadurch das Recycling derselben zu verhindern, werden unterschiedlich schlimm eingestuft. Eine Glasflasche im Restmüll zu entsorgen, betrachten 83 Prozent als klares NoGo. Ein Verpackungsglas aus der Küche, etwa ein Gurken- oder Marmeladeglas, würden 71 Prozent der Befragten niemals im Restmüll entsorgen. Glasflaschen finden den Weg in den Bunt- oder Weißglascontainer beinahe von alleine, beim Küchenglas sind die Menschen nicht konsequent genug. Als Hauptgrund wird Bequemlichkeit genannt. Darüber hinaus ist man unsicher, wie sauber das Verpackungsglas beim Entsorgen in den Altglasbehälter sein muss: Knapp 50 Prozent der Befragten glauben, leicht verunreinigte Glasverpackungen dürfen nicht im Altglascontainer landen. Und knapp 80 Prozent der Befragten geben das Fehlen eines Glassammelbehälters in der Küche als Grund dafür an, warum Glasverpackungen im Restmüll entsorgt werden.
Anders als Glasflaschen, landen Marmelade- und Gurkengläser hierzulande eher im Restmüll. Austria Glas Recycling appelliert nun an das ökologische Gewissen und Verantwortungsbewusstsein der Menschen, denn jedes Verpackungsglas gehört zum Recycling. Landet es im Restmüll, ist es für das Recycling für immer verloren. Dazu Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer der Austria Glas Recycling GmbH: „Küchenglas muss lediglich restentleert, also ausgeleert oder ausgelöffelt sein. Es extra zu waschen, ist nicht nötig. Und die größte Hürde, nämlich die Bequemlichkeit, kann jede und jeder einzelne durch den Fokus auf den Umweltschutz und den Wunsch nach einer gesunden Umwelt für diese und nächste Generationen am besten überwinden.“
Altglas ist der mengenmäßig wichtigste Rohstoff bei der Herstellung von Glas. In Österreich produzierte Glasverpackungen bestehen im Durchschnitt zu zwei Drittel aus Altglas. Austria Glas Recycling sorgt dafür, dass aus jeder Glasverpackung, die korrekt entsorgt wird, wieder eine neue entsteht. Der Energieverbrauch im Glaswerk wird durch den Einsatz von Altglas deutlich reduziert, Primärrohstoffe werden geschont. Green Jobs mit Sinn und Perspektive sind durch ein funktionierendes Recyclingnetzwerk darüber hinaus gesichert.

Kommentar

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Liebhaber von Weber & Co samt gegrillten fleischlichen Ergebnissen werden die folgenden Zeilen wohl stirnrunzelnd betrachten, und dennoch sollen sie zum Nachdenken anregen. Denn im Fachblatt Science wurden kürzlich die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die teilweise Bekanntes bestätigt, aber auch zu neuen, teils überraschenden Erkenntnissen kommt.