Biokunststoffindustrie wächst stabil

Veröffentlicht am: 10.12.2018

Im Rahmen der 13. European Bioplastics Conference stellte European Bioplastics seine aktuelle Marktdaten vor. Die Auswertung zeigt ein stabiles Wachstum der globalen Biokunststoffindustrie.

Die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe werden von rund 2,11 Millionen Tonnen im Jahr 2018 auf etwa 2,62 Millionen Tonnen bis 2023 ansteigen. Innovative Biopolymere wie PLA (Polylactide) und PHA (Polyhydroxyalkanoate) sind die größten Wachstumstreiber im Bereich der biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffe. Die Produktionskapazitäten für PHA werden in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich um das Vierfache steigen. Diese Polyester sind 100 Prozent biobasiert, biologisch abbaubar und bieten eine Fülle an Eigenschaften abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung. Die Produktionskapazitäten für PLA werden bis 2023 voraussichtlich um 50 Prozent ansteigen.
Biobasiertes PE (Polyethylen) und biobasiertes PET (Polyethylentherephthalat) sowie biobasiertes PA (Polyamide) machen derzeit rund 48 Prozent (eine Million Tonnen) der weltweiten Produktionskapazitäten von Biokunststoffen aus. Die Produktion von biobasiertem PE wird aufgrund neuer geplanter Kapazitäten in Europa weiter ansteigen. Der angekündigte Ausbau der Kapazitäten für PET wurde nicht wie in den vergangenen Jahren vorhergesagt realisiert. Stattdessen verlagert sich der Fokus auf die Entwicklung von PEF (Polyethylenfuranoat), das voraussichtlich 2023 am Markt erhältlich sein wird.
Verpackungen bleiben das führende Anwendungssegment für Biokunststoffe mit fast 65 Prozent (1,2 Millionen Tonnen) Anteil am gesamten Biokunststoffmarkt im Jahr 2018. Biokunststoffe werden bereits in vielen weiteren Bereichen werden, wie Textilien, Gebrauchsgüter, Anwendungen im Automobil- und Verkehrsbereich sowie im Landwirtschafts- und Gartenbereich.
Über 50 Prozent aller Biokunststoffe wurden 2017 in Asien produziert. Rund ein Fünftel der Produktionskapazitäten sind in Europa angesiedelt. Dieser Anteil wird bis 2023 voraussichtlich auf ein Viertel ansteigen. Das erwartete Wachstum wird durch politische Initiativen in mehreren europäischen Mitgliedstaaten wie Italien und Frankreich unterstützt.
Die für den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Biokunststoffen genutzte Landfläche belief sich im Jahr 2018 auf rund 0,81 Millionen Hektar, was einem Anteil von weniger als 0,02 Prozent an der weltweiten Landwirtschaftsfläche von fünf Milliarden Hektar entspricht. Trotz des prognostizierten Wachstums der Produktionskapazitäten von Biokunststoffen in den kommenden fünf Jahren, wird der Anteil der Landfläche in etwa gleich bleiben. Dies zeigt, dass zwischen dem Anbau nachwachsender Rohstoffe für Nahrungs- und Futtermittel und für die Herstellung von Biokunststoffen keine Konkurrenz besteht.

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Kommentar

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